Die Mitgliederzahl ging um 1286 auf 11 597 zurück. Auffallend ist die hohe Zahl der Austritte, die mit 446 angegeben wird.
PDS-Schatzmeister Klaus Kalex bestätigte gegenüber der RUNDSCHAU, dass die Austrittswelle vor allem auf die Auseinandersetzungen um den politischen Kurs der Partei sowie auch auf den Rücktritt Gregor Gysis vom Posten des Wirtschaftssenators in Berlin zurückzuführen ist.
Aber damit nicht genug: Die stark überalterte PDS leidet auch in ihrer einstigen Hochburg Brandenburg zunehmend darunter, dass die Mitglieder wegsterben, der nötige Nachwuchs aber ausbleibt. 524 Verstorbenen und 398 gestrichenen "Karteileichen" stehen 2002 nur 155 Neueintritte gegenüber. Das ganze Dilemma wird deutlich, wenn man sich die Altersstruktur der märkischen PDS genauer ansieht: Weniger als 1,7 Prozent aller Mitglieder sind bis 30 Jahre alt. Zum Vergleich: In SPD und CDU haben die jungen Hoffnungsträger einen Anteil zwischen sechs und sieben Prozent.
Andererseits sind rund 72 Prozent der PDS-Mitglieder in Brandenburg älter als 60 Jahre. Zum Vergleich: Bei der SPD bilden die über 60-Jährigen mit 21,5 und bei der CDU mit 29 Prozent eine Minderheit. Dort stellen die 40- bis 60-Jährigen mit 56 beziehungsweise 50 Prozent die zahlenmäßig stärksten Gruppen. Wirklich rekordverdächtig: Das Durchschnittsalter der PDS-Genossen beträgt derzeit 67Jahre - und wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. SPD und CDU sind zwar auch nicht gerade "Jungbrunnen", doch liegt das Durchschnittsalter hier bei 50 Jahren.
Für die PDS ergeben sich aus der Überalterung wachsende Probleme: So wird es für sie schwierig, bei den Kommunalwahlen im Herbst flächendeckend Bewerber aufzubieten. Dadurch wird ihre "gesellschaftliche Verankerung" wei-ter geschwächt.
Vor allem in ländlichen Gebieten und Randregionen ist die PDS schon jetzt schwach vertreten. Zwar ist sie insgesamt noch mitgliederstärkste Partei, doch gibt es viele Kreise, wo SPD oder CDU bereits mehr Mitglieder haben.