Abbott macht mehr auf Charme, Flirten mit Kandidatinnen inbegriffen. Abbott liegt mit seiner konservativen Koalition in Umfragen vorn.

Beide teilen gerne aus. Rudd sei "dünnhäutig", lästert Abbott, und verliert in einer Debatte dann selbst die Contenance: "Hält der Kerl irgendwann auch mal die Klappe?" schnauzt er in Brisbane, als Rudd das Mikrofon monopolisiert. Abbott sei "arrogant", hält Rudd dagegen. "Er leidet an Gedächtnisschwund", sagt er an anderer Stelle.

Rudd und Abbott sind alte Polithasen. Abbott schaffte es in der letzten konservativen Amtsperiode (1996-2007) zum Arbeits- und Gesundheitsminister. Rudd war in den sechs Labor-Jahren danach zweimal Regierungschef: Nach drei Amtsjahren putschte ihn seine Stellvertreterin Julia Gillard aus dem Amt. Er revanchierte sich im Juni mit gleichen Waffen und kehrte auf den Chefsessel zurück.

Rudds Vater war Bauer und hatte kaum mehr als eine Grundschulbildung. Die Mutter kämpfte um jeden Cent, als ihr Mann früh starb. Abbott wuchs dagegen in einem der Nobelvororte Sydneys auf. Rudd kam mit seiner Frau Thérèse Rein zu Geld, die eine millionenschwere Arbeitsvermittlung aufbaute. Abbotts Frau arbeitete als Lehrerin und startete einen Kinderhort. Die Familie müsse sich mit der Hypothek fürs Haus nach der Decke strecken, sagte er.

Abbotts Spitzname ist "Dr. No", weil er als Oppositionsführer vor allem aggressiv gegen alles war, statt eigene Konzepte vorzulegen. Er wird auch "Mad Monk" - verrückter Mönch - genannt. Kevin Rudd bekam den Spitznamen "Dr. Death", weil er als Regionalpolitiker in Queensland einmal die öffentlichen Ausgaben eindampfte. Der untersetzte Rudd hat etwas Streberhaftes, wenn er zum Besten gibt, dass seine Faszination für das Chinesische mit zehn Jahren mit einem Buch über antike Zivilisationen begann. Abbott, der drahtige Iron Man-Athlet, gibt lieber den sportlichen Draufgänger.