Das Thema Terrorismus spielt derzeit in den Vorbereitungen der Brandenburger Polizei eine große Rolle. Spezial- und Streifenkräfte wurden aufgerüstet. Und in der vergangenen Woche fand eine der bisher größten Anti-Terrorübungen in Bernau statt.

Auch auf der achten deutsch-polnische Grenztagung in Zagan war der Terror am Donnerstag das Topthema. „Vorbeugen und Bekämpfung des Terrorismus bilden einen Schwerpunkt nicht nur in der Zusammenarbeit in der europäischen Union, sondern auch in der diesjährigen Grenztagung“, so Helena Michalak, Kommandantin der Woiwodschaftspolizei (KWP) in Gorzow. Rund 140 beamte aus beiden Ländern tauschten sich über die Möglichkeiten der Kooperation aus.

„Terrorismus macht vor Grenzen nicht Halt und deshalb ist es wichtig, dass auch der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Staatsanwaltschaften, Polizeien und Politik vor Grenzen keinen Halt machen“, betonte Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke.

Beim Informationsaustausch haben Brandenburgs Polizisten und ihre Kollegen beste Erfahrungen. Diverse Joint Investigation Teams (JIT) gegen Autoschieber und Geldautomatensprenger führten in den vergangenen Jahren zum Erfolg. Auch in der alltäglichen Ermittlungen gibt es einen gewachsenen Austausch der Behörden dies- und jenseits von Oder und Neiße.

Aber gelingt das auch, wenn es um Terrorismus geht? Genau dazu sei die Tagung in Zagan wichtig, sagt Polizeisprecher Mario Heinemann. Er verweist zudem auf die Übung in der vergangenen Woche, an der auch polnische Polizisten als Fachbesucher teilgenommen haben.

In Fachvorträgen ging es Donnerstag in Zagan deshalb unter anderem um die aktuellen Herausforderungen zur Terrorismusbekämpfung in Polen und in Deutschland. Gleichzeitig wurden Strategien zu Terrorismusabwehr besprochen und abgeglichen. Polizeipräsident Mörke: „Es liegt in unserer Verantwortung, für die Sicherheit unserer Bevölkerung einzutreten.“

In Brandenburg herrsche wie in ganz Deutschland eine hohe abstrakte Gefahr terroristischer Anschläge, betonte Mörke. „Das bedeutet, dass wir derzeit keinen konkreten Hinweis auf einen geplanten Anschlag haben, aber Gefährder kennen, denen ein Anschlag zuzutrauen wäre“, erläuterte Mörke. „Es kann uns jederzeit treffen.“