Als ein Mann zu seinen Bekannten in einen Garten nordöstlich von Berlin kommt, weiß er nicht, dass ihm ein "Denkzettel" verpasst werden soll. Dafür, dass der 59-Jährige bei einigen Schulden gemacht und sich durchgeschnorrt habe, beschreibt es die Angeklagte am Montag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Frankfurt (Oder).

Der Mann bekommt zunächst ein mit Urin verunreinigtes Bier zu trinken. Aber der Abend im April gerät irgendwann außer Kontrolle: Die 27-Jährige gibt zu, das Opfer im Streit geschlagen zu haben. Und der 44 Jahre alte Hauptangeklagte beschreibt, wie er danach einen kiloschweren Metall-Safe auf den Mann geschleudert habe. Das Opfer stirbt. Die Leiche wird im Garten verbrannt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Maik N., dem Ex-Mann der 27-Jährigen, Mord vor. Er habe mit seiner Attacke in seinem eigenen Garten in der Gemeinde Schorfheide (Barnim) vermeiden wollen, dass das Opfer seine Ex-Frau wegen der Schläge anzeigt.

Der dunkel gekleidete Angeklagte beschreibt ausführlich die grausamen Szenen, die sich an dem Abend vor sieben Monaten abspielten. Demnach fällt das Opfer bei der Attacke der Frau in eine knietiefe Grube, die als Feuerstelle benutzt wird. Die 27-Jährige habe dann von ihm nach mehreren Schlägen ins Gesicht wegen eines Asthmaanfalls abgelassen, um sich im Haus ein Spray zu holen. Maik N. schildert, wie er den neben der Grube platzierten Tresor gegriffen habe. "Ich habe in dem Moment nicht hingeguckt", erzählt er. "Ich habe den Tresor einfach hochgehoben und runtergeworfen." Der 17 Kilogramm schwere Safe habe den Kopf des Opfers getroffen, das anschließend starb. "Dann sind wir losgefahren, Alkohol trinken." Neben seiner Ex-Frau sei ein weiterer Bekannter auf dem Grundstück gewesen, der aber nicht angeklagt ist.

Als der Vorsitzende Richter Matthias Fuchs fragt, warum der für Wände gedachte Einbau-Tresor überhaupt an der Grube stand, gibt der 44-Jährige an, dass die Tür geklemmt habe und er sie durch die Wärme eines Feuers wieder habe beweglich machen wollen. Den Safe habe er mal auf dem Schrott gefunden. Auf die Frage, warum er den Mann damit attackierte, sagt er: "Weiß ich nicht so genau."

Am nächsten Tag, so beschreibt der Angeklagte es, habe er dann Äste auf die Leiche gelegt, Benzin darüber gegossen und alles angezündet. Den ganzen Tag hätten die drei das Feuer brennen lassen. Danach hätten sie das Grundstück verlassen. "Wir hatten den Plan zu flüchten", sagt Maik N. "Wir waren uns alle sicher, dass wir nicht mehr aus der Haft rauskommen." Später offenbarte er sich nach eigenen Angaben einer Nachbarin und wurde schließlich festgenommen. Den Aussagen zufolge war am Tattag viel Alkohol im Spiel.

Weitere Verhandlungstermine sind bis Ende November geplant.