Und bis in die kleinen Stunden des nächsten Tages diskutierten anschließend die Abgeordneten. Erinnerungen an diese Sitzung wurden wach, als am Mittwoch der Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Entwicklung im Stadtschloss zusammenkam.

Sage und schreibe drei Anhörungen von Experten hatten sich die Abgeordneten auf die Tagesordnung geschrieben. Während Sitzungen des Rechtsausschusses oft nach gut einer Stunde vorbei sind, waren die Landwirtschaftspolitiker fast sieben Stunden beschäftigt - und ein Tagesordnungspunkt, ein Bericht zu den Lausitzer Wölfen, wurde sogar aus Zeitgründen wieder abgesetzt. Denn zuvor hatten Jagdexperten zwei Stunden lang über die Wildschweinjagd und die Gefahren der afrikanischen Schweinepest berichtet, und ähnlich lange gingen Anhörungen über den Milchpreis und die braune Spree, bei denen sich Ausschusschef Sven Schröder (AfD) in der Rolle des Moderators gefiel: Statt aufs Tempo zu drücken, würzte er die Beiträge mit ergänzenden Anmerkungen und gab allen Anzuhörenden reichlich Gelegenheiten zu Schlussworten und ergänzenden Bemerkungen.

Am Ende jedenfalls war der Tagungsraum im Potsdamer Stadtschloss deutlich geleert. Nur drei Journalisten und zwei Zuhörer hatten die öffentliche Sitzung vom Anfang bis Ende verfolgt. Einer davon war der ehemalige FDP-Politiker Gregor Beyer, der eine derartige Sitzung nach eigener Aussage in seinen ganzen fünf Jahren nicht erlebt hatte. Aber es muss ja auch in der aktuellen Legislaturperiode noch den Ehrgeiz geben, den Rekord des BER-Ausschusses aus dem vergangenen Jahr zu knacken.