Nur einige wenige aufrechte Beamte halten die Stallwache und sorgen dafür, dass in den Ministerien und Behörden die Arbeit weitergeht - wenn auch auf Sparflamme. Und manchmal bekommen sie dabei sogar Besuch. Im Wirtschaftsministerium zum Beispiel streunen immer wieder einmal Kunstfreunde über die Gänge, bleiben hier und dort einmal stehen und betrachten sich ein Bild. Denn neben einer ziemlich scheußlichen Vitrine mit noch scheußlicheren Geschenken, die Wirtschaftsminister Ralf Christoffers und seine Vorgänger irgendwann einmal bei offiziellen Besuchen erhalten haben, ziert derzeit moderne Kunst die Etagen des Ministeriums.

Bilder und Grafiken des Künstlers Rainer Ehrt sind noch bis zum Oktober auf den Korridoren des Dienstgebäudes ausgestellt.

Im Landtag dagegen gibt es in der Ferienzeit Gemälde des Kyritzer Künstlers Uwe König zu sehen. Unter dem Motto "Auf ins Freie" zeigt er Bilder, die von der Brandenburger Natur inspiriert sind. Auch auf den Fluren der Fraktionen gibt es Interessantes zu besichtigen

So hängen vor den Bürotüren der Abgeordneten der CDU noch immer Ausstellungstafeln zur Geschichte des 17. Juni 1953. Das Besondere an diesen Ausstellungen: Jeder interessierte Brandenburger ist herzlich eingeladen, sich die moderne Kunst in Fluren und Dienstgebäuden einmal anzusehen.

"Man muss einfach nur an der Pforte Bescheid sagen, dass man sich die Ausstellung ansehen will", sagt Landtagssprecherin Katrin Rautenberg.

Ähnlich formuliert es auch der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Steffen Streu. "Und wer sich dann noch über unsere Wirtschaftspolitik informieren möchte, für den halten wir selbstverständlich auch Informationsmaterial bereit."

Und mit etwas Glück kann der Besucher dann im jeweiligen Treppenhaus sogar noch Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) oder Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linkspartei) auf dem Weg in die Kantine treffen. Was am Ende wieder einmal zeigt: Ein Besuch in Potsdam lohnt sich immer - und das sogar im Regierungsviertel.