„Es ist abzusehen, dass wir für die weiteren Arbeiten eine Streckung brauchen“, gab Zoodirektor Jörg Junhold kürzlich in Leipzig bekannt. Damit verwies er auf den Fakt, dass der weitere Ausbau des Leipziger Zoos bedeutend länger als ursprünglich geplant dauern wird.

Nach den bislang gültigen Plänen sollte der Zoo bis 2015 komplett umgebaut sein. Jetzt ist von einem Masterplan für das Jahr 2020 die Rede. „Wir werden die bestehende Planung komplett überprüfen und dann neu entscheiden“, kündigte Junhold an. „Die früheren Planungen sind inzwischen schon 13 Jahre alt.“

Verzögerungen ergaben sich schon bei den bisherigen Arbeiten. Die Tropenhalle Gondwanaland, die im Sommer 2011 eröffnet worden war, hätte eigentlich anderthalb Jahre früher fertig sein sollen.

Der neue Plan für den Zoo soll wie der alte unter dem Motto „Zoo der Zukunft“ stehen. „Wir wollen zu den fünf bis zehn besten Zoos der Welt gehören“, sagte Junhold. Auf dem Weg zum „Zoo der Zukunft“ war 2011 mit der Eröffnung von Gondwanaland ein wichtiges Jahr. Zum ersten Mal wurden mehr als zwei Millionen Besucher gezählt. Geplant waren 1,7 Millionen Gäste. Für 2012 sehen die Planungen wieder knapp zwei Millionen Besucher vor. „Langfristig streben wir an, jährlich zwischen 1,5 bis 1,7 Millionen Besucher in unserem Zoo zu begrüßen“, sagte der Zoodirektor.

Junhold will seinen neuen Plan im Herbst 2012 dem Leipziger Stadtrat zur Abstimmung vorlegen. Die Stadt Leipzig ist alleiniger Gesellschafter des Zoos. „Ich gehe davon aus, dass die Zukunft des Masterplans nicht gefährdet ist“, sagte der 47-Jährige. Die weiteren Arbeiten im Zoo sollen neue Anlagen für Tiere schaffen, die in Asien und Südamerika beheimatet sind. Bisher wurde unter anderem die Anlage „Pongoland“ geschaffen, die 2001 eröffnet wurde. Mit 30 000 Quadratmetern gilt sie als weltgrößte Anlage, in der alle vier Menschenaffenarten gehalten werden. Im Themenbereich Afrika wurden 2001 die Löwen-Savanne, 2004 die Kiwara-Savanne und 2005 der Okapi-Wald errichtet.

Der Zooetat werde laut Junhold 2012 bei rund 28 Millionen Euro liegen. 2011 seien es 27 Millionen Euro gewesen. Zuschüsse durch die Stadt Leipzig hätten bei den Umsätzen einen Anteil von etwa zehn Prozent eingenommen. Im Jahr 2000 hätten die Zuschüsse noch 42 Prozent der Erträge ausgemacht. „Wir konnten den Anteil der Zuschüsse kontinuierlich senken und werden ihn dauerhaft so niedrig halten können“, so Junhold. „Wir gehen sehr sorgsam mit Zuschüssen um und wollen weiterhin nachhaltig wirtschaften.“