(iwe) Einen zügigen Ausbau der A 13 zwischen dem Spreewald und dem Schönefelder Kreuz haben Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus am Mittwoch gefordert. In der Brandenburger Landespressekonferenz stellten sie eine Studie zur Verkehrsentwicklung im Umfeld des geplanten Großflughafens BER vor. Das Ergebnis: Rund um den BER wird es schon in den nächsten Jahren auf Straßen und Schienen sehr eng.

Bis 2040 rechnet Experte Bertram Teschner von der Berliner „Spreeplan Verkehr“ mit einer Steigerung der Fluggastzahlen auf 55 Millionen pro Jahr. Im Raum Schönefeld werde zudem mit mehr als 67 000 neuen Einwohnern und 1100 Hektar neuen Gewerbeflächen gerechnet. 135 000 neue Arbeitsplätze könnten entstehen. Doch die, die künftig am BER arbeiten, müssen auch dorthin kommen. „Insgesamt ist ein Gesamtvolumen im Verkehr erreicht, das verstärkte Maßnahmen zur Verkehrsvermeidung oder Verlagerung auf andere Verkehrsträger verlangt“, sagte Teschner.

Dabei aber müsse auch an Pendler und Fluggäste aus der Lausitz gedacht werden, machte IHK-Hauptgeschäftsführer Marcus Tolle deutlich. „Angesichts der langen Planungs- und Realisierungszeiten von Verkehrsprojekten müssen jetzt Maßnahmen eingeleitet werden, damit die Verkehrssituation in Zukunft beherrschbar bleibt.“

Dafür präsentierten die Experten 16 dringend notwendige Maßnahmen. Neben einem geforderten Ausbau der A13 und dem Neubau von Autobahnanschlussstellen im Flughafenumfeld sprachen sich Teschner und Torsten Schulz von der auch an der Studie beteiligten PST GmbH dafür aus, dass die Dresdner Bahn in Berlin ab 2025 in Betrieb geht. Diese Bahnlinie, die derzeit zwischen Berlin-Lichtenrade und Blankenfelde nur von S-Bahnen befahren wird, wäre für eine Anbindung der Lausitz an den BER essenziell: Nur so ließe sich etwa ein Flughafenexpress zwischen Cottbus, dem BER und Berlin fahren.

Auch die Dauerbrenner der Lausitzer Verkehrspolitik kamen in der Forderungsliste wieder vor: Das zweite Gleis zwischen Cottbus und Lübbenau, der Ausbau des Bahnhofs Königs Wusterhausen, den Teschner mit einem Verkehrsprojekt von der Größe des Berliner Ostkreuzes verglich, und eine Angebotsausweitung des notorisch überlasteten RE 2. Angeregt wurde auch eine Ausweitung der Berliner U-Bahn-Linie 7 von Rudow bis zum BER. Sie könnte Buslinien ersetzen und den Regionalverkehr entlasten. Ablehnend äußerte sich Teschner dagegen zu Plänen, am BER einen Busbahnhof für Berlin zu errichten. Dadurch würden die bereits überlasteten Straßen weiter belastet.

In einer ersten Reaktion sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Genilke, er fühle sich in seinen Positionen durch die Studie bestätigt. „Der ÖPNV reicht nicht aus, der Schienenverkehr reicht nicht aus“, sagte Genilke. Bei beidem gebe es Nachholbedarf, was die Landesregierung aber negiere. Der Flughafen habe derzeit nur eine Straßenanbindung, und schon 2020 würden in Berlin rund 40 Millionen Flugpassagiere erwartet. Er wolle das Thema deswegen auf die Tagesordnung des Sonderausschusses BER setzen lassen.