Nach mehr als 40 Jahren schließt das riesige Haus wenige Meter von der Müritz entfernt seine Pforten. Im Müritz-Hotel - einem der bekanntesten Hotels in Ostdeutschland - fahren die allerletzten Gäste nach Hause, wie ein Hotelsprecher sagte.

Am Samstag gibt es in Klink (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) im wahrsten Sinne des Wortes den Kehraus nach Silvester. Grund ist ein heftiger Streit zwischen dem Berliner Pächter Hans Karl Herr und dem Hauseigentümer - der ebenfalls in Berlin ansässigen Avila-Gruppe. "Unser letzter Höhepunkt wird der Silvesterball sein", sagte eine Hotelmitarbeiterin. Die Geschäftsleitung in Klink wollte sich nach den vielen Veröffentlichungen über die bevorstehende Schließung lieber nicht mehr äußern. An einer Beerdigung, die durch andere verursacht wurde, wolle man sich nicht beteiligen, hieß es aus Herrs Umfeld.

Die Buchungen für Silvester seien, wie das gesamte letzte Geschäftsjahr, aber gut gelaufen. Seit 1974 hat die idyllische Lage des monumentalen Zehngeschossers zwischen Müritz und Kölpinsee für gute Auslastungen gesorgt. "Mit der Machtübernahme Erich Honeckers wurde in der DDR in neue Urlauberobjekte investiert", erinnert sich der langjährige Direktor Gert Schröter.

In Klink entstand ab 1969 für damals 50 Millionen DDR-Mark ein modernes Haus mit Schwimmhalle, Restaurants, eigenem Strand und Vollverpflegung. Das Hotel war nach Templin (Brandenburg) und Friedrichroda (Thüringen) das drittgrößte des DDR-Feriendienstes der Einheitsgewerkschaft FDGB mit rund 700 Häusern.

Mit politischer Hilfe wurden nach 1990 auch die Schließungspläne der Treuhand umschifft. Danach entstanden ringsum neue Hotels. Das Haus büßte zwar seine Vorrangstellung ein, war aber immer noch ein gefragter Partner, etwa bei Bustouristen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wurde mehrfach zu Parteiveranstaltungen in Klink begrüßt.

Besonders betroffen von der Schließung sind die rund 130 Mitarbeiter. Sie hoffen, in anderen Hotels Arbeit zu finden. Die Branche sucht ja Fachkräfte. Sie sollen am 3. Januar, wenn die letzten Silvestergäste abgereist sein werden, alles aufräumen und zuschließen.

Den hübschen Blick vom Café und den Terrassen über die Müritz bis zum Kölpinsee soll es nur noch bis zum 2. Januar geben. Was danach passiert bleibt unklar: Der Chef der Avila-Gruppe, Douglas Fernando, der mit seinem Petrus-Werk in Österreich wegen Finanzierungsproblemen in die Schlagzeilen geraten war, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auch in Klink war nichts über konkrete Bau- oder Abrisspläne zu erfahren.