In dem Bescheid, der dem Politikmagazin vorliegt, heiße es, „die Lunapharm Deutschland GmbH hat in quantitativer wie qualitativer Hinsicht kontinuierlich über einen langen Zeitraum und in schwerwiegender Weise gegen arzneimittelrechtliche Vorgaben verstoßen“.

Weiter heißt es in der Begründung, alle Umstände ließen im Rahmen einer Prognose darauf schließen, dass die Lunapharm Deutschland GmbH und deren Geschäftsführerin ihre Tätigkeiten auch zukünftig nicht in Übereinstimmung mit dem geltenden Arzneimittelrecht ausüben werden. So habe Lunapharm „in Kenntnis der Rechtswidrigkeit zahlreiche Arzneimittel von einer griechischen Apotheke bezogen, die zur Lieferung nicht befugt war“.

Zudem habe der Händler das Krebsmedikament Herceptin aus Italien vertrieben, obwohl „alle europäischen Großhändler seit 2014 wüssten oder wissen müssen, dass es auf legalem Weg – nach wie vor – nicht möglich sei, Herceptin aus Italien zu beziehen“.

Der Lunapharm-Skandal war im vergangenen Juli durch einen Medienbericht aufgedeckt worden. Teure Krebsarzneien sollen über Jahre aus griechischen Kliniken gestohlen und von Lunapharm in Deutschland verkauft worden sein. Die Qualität und Wirksamkeit der Medikamente war griechischen Behörden zufolge nicht mehr gesichert.

Die märkische Arzneimittelaufsicht und das Gesundheitsministerium standen in dem Fall über Wochen in der Kritik. Ihnen wurde vorgeworfen, nicht rechtzeitig gegen das Unternehmen Lunapharm vorgegangen zu sein. Die damalige Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) trat wegen des Skandals Ende August von ihrem Amt zurück.