Ankündigungen der schwedischen Regierung, die Braunkohlepläne des staatlichen Energiekonzerns Vattenfall zu stoppen, beunruhigen die sächsische Landesregierung. Der Chef der Dresdner Staatskanzlei, Johannes Beermann, trifft am Freitag in Stockholm mit dem schwedischen Energieminister Ibrahim Baylan zusammen, um einen Besuch von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) vorzubereiten. Wie die Staatskanzlei weiter mitteilte, wird Beermann auch mit einem Vattenfall-Vorstand und Vertretern der Deutsch-Schwedischen Handelskammer sprechen.

„Vattenfall ist der größte Arbeitgeber in der Lausitz“, erklärte Beermann. „Darum ist es besonders wichtig, dass uns die schwedische Regierung erläutert, wie die genauen Pläne für die Zukunft aussehen.“

Tillich und sein brandenburgischer Amtskollege Dietmar Woidke (SPD) hatten kürzlich erst vor einem raschen Ausstieg aus der Braunkohle gewarnt. In einem Brief an Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven erinnerten sie an die Bedeutung der Braunkohle für die Umsetzung der Energiewende in Deutschland und für die Arbeitsplätze in der strukturschwachen Lausitz.

Auch Sachsens SPD-Partei- und Fraktionschef Martin Dulig will in der kommenden Woche zusammen mit brandenburgischen Sozialdemokraten nach Schweden reisen, um von den skandinavischen Genossen zu erfahren, welche Absichten die neue rot-grüne Regierung in Stockholm als Vattenfall-Eigentümerin verfolgt.