Zehn Jahre später sind vielerorts blühende Landschaften im einstigen "Tal des Todes" vom ost thü rin gischen Ronneburg bis Königstein im Osterzgebirge entstanden. Besonders sichtbar wird dies 2007, wenn in Ronneburg ein Teil der Bundesgartenschau öffnet.
"Die Wismut hat Wort gehalten", lobt die parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Dagmar Wöhrl. Sie nennt die vor 15 Jahren begonnene Arbeit der Beschäftigten des Bundesunternehmens eine "weltweit herausragende Erfolgsgeschichte" bei der Sanierung von Altlasten des Uranbergbaus.

Eine Milliarde Tonne Gestein
Das ganze Ausmaß der Umweltschäden war erst kurz nach der Wende bekannt geworden. Als am 20. Dezember 1991 die bundeseigene Wismut GmbH das Erbe der Deutsch-Sowjetischen Aktiengesellschaft Wismut übernahm, warteten Aufgaben in riesigen Dimensionen auf die Sanierungsgesellschaft: Auf insgesamt 37 Quadratkilometern wurde etwa eine Milliarde Tonnen Gestein abgelagert. Beim Aufbereitungsprozess des Uranerzes wurden rund 180 Millionen Tonnen Schlämme in industriellen Absetzanlagen abgelagert. Mehr als 1400 Kilometer offene Grubenbau mussten entsorgt und zum Teil verfüllt werden. Auf großen Arealen war das Grundwasser durch den Bergbau beeinträchtigt worden.

Wismut nur ein Tarnname
Die DDR als drittgrößter Uranproduzent der Welt hatte Uranerz vor allem für die Atomwaffenproduktion der früheren Sowjetunion gefördert. Bis zur Wende unterlag das Unternehmen einer strengen Geheimhaltung - selbst der Name Wismut war nur ein Tarnname. Auf Umweltbelange wurde nur wenig Rücksicht genommen. In den Anfangsjahren der Wismut spielte auch die Gesundheit der Kumpel keine große Rolle. Tausende Kumpel erkrankten an Staublunge oder Lungenkrebs. Bis heute ist das Krebsrisiko der ehemaligen Bergarbeiter deutlich erhöht. Insgesamt eine halbe Million Kumpel war bei der Wismut beschäftigt.
Der Bund stellte rund 6,2 Milliarden Euro für das größte europäische Bergbausanierungsprojekt zur Verfügung. Rund zwei Drittel der Altlasten seien beseitigt worden. "Wir liegen im Plan", sagt Wismut-Sprecher Frank Wolf. Die wesentlichen Aufgaben des größten europäischen Umweltsanierungsprojektes sollen planmäßig bis 2015 beendet sein. Dafür stehen der Wismut noch 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Wasserbehandlung und Umweltüberwachung werden laut Wismut noch deutlich länger erforderlich sein.
Rund 400 Hektar der sanierte Flächen können inzwischen wieder genutzt werden. So sind Baugebiete, Gewerbeflächen oder auch Sportplätze entstanden. Der größte Teil wird von Land- und Forstwirtschaft genutzt.