Und das ausgerechnet in einer Phase, in der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück überraschend an Reputation gegenüber der Amtsinhaberin gewinnt. So bleibt Rot-Grün ein Nullsummenspiel.

Dabei hätte sich eine politische Arbeitsteilung zwischen beiden Parteien geradezu angeboten: Die SPD als Wiederentdecker ihres sozialen Gewissens, derweil die Grünen in ihrer Paradedisziplin, der Energiewende, punkten. Auf diesem Feld wird den Trittins und Roths auch die höchste Kompetenz zugemessen. Dagegen wirkt die grüne Hinwendung zur Umverteilung wie eine Kopie der Forderungen, die schon immer bei der Linkspartei beheimatet waren und neuerdings auch von den Sozialdemokraten verkündet werden. Wozu da noch Grüne wählen? Für ein Umsteuern ist es freilich zu spät. Nichts wäre für die Grünen schlimmer, als zehn Tage vor der Bundestagswahl in Selbstzerfleischung zu versinken.

Ihr Motto kann nur noch lauten: Augen zu und durch. Dass dieser Wahlkampf wahrscheinlich wieder geradewegs in die Opposition führt, hat sich die Partei selbst zuzuschreiben.

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