Die syrische Bevölkerung hat seit Beginn der Proteste gegen die Regierung einen hohen Blutzoll gezahlt. Das Hochkommissariat für Menschenrechte der Vereinten Nationen bezifferte am Dienstag die Zahl der Toten in den vergangenen acht Monaten auf mehr als 3500.

Allein seit Syrien einem Friedensplan der Arabischen Liga vor etwa einer Woche zustimmte, sollen Berichten zufolge mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen sein, sagte Sprecherin Ravina Shamdasani. Mindestens 19 waren es demnach allein zu Beginn des islamischen Opferfestes Eid al-Adha am Sonntag. Die Lage in Homs, einer Hochburg der Regime-Gegner, bezeichnete sie als „entsetzlich“.

Das Militär setzte seine Offensive gegen Oppositionelle derweil fort. Nach der Stadt Homs nahm das Militär Angaben von Aktivisten zufolge Hama unter Beschuss. Als die Streitkräfte die Stadt stürmten, seien drei Menschen getötet und mehrere Dutzend verletzt worden.

Ein Oppositioneller sagte, Schlägertrupps des Regimes gingen von Haus zu Haus und verhafteten Menschen. Der Strom sei ausgeschaltet, Telefon und Internet funktionierten nicht mehr. Landesweit war von insgesamt 13 getöteten Zivilisten die Rede.

Auch acht Soldaten wurden Menschenrechtlern zufolge in der Provinz Idlib vermutlich von Deserteuren der syrischen Armee getötet. Aufgrund der Medienblockade lassen sich Berichte aus Syrien nur schwer überprüfen.

Der Nationalrat der syrischen Opposition rief zu einem Generalstreik am morgigen Donnerstag auf, um gegen das brutale Vorgehen der Regierung zu protestieren und die Arabische Liga zu drängen, sich stärker für den Schutz der Zivilbevölkerung einzusetzen.

Die Assad-Gegner forderten die Organisation der arabischen Staaten auf, sich klar gegen das syrische Regime zu positionieren und die Mitgliedschaft des Landes auf Eis zu legen. Notwendig seien auch weitere Sanktionen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) drohte Syrien wegen der andauernden Gewalt mit weiteren Sanktionen. Sein französischer Amtskollege Alain Juppé brachte eine Anerkennung des Nationalrats der syrischen Opposition durch Frankreich ins Gespräch.