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Aufräumarbeiten nach Sturm über Berlin und Brandenburg beendet

Feuerwehrleute beseitigen die Reste eines umgestürzten Baumes. Foto: Bernd von Jurtczenka/Archiv
Feuerwehrleute beseitigen die Reste eines umgestürzten Baumes. Foto: Bernd von Jurtczenka/Archiv
Berlin (dpa/bb). "Christoph" und "Eckhart": Nach den frühlingshaften Temperaturen der vergangenen Woche haben am Samstag Stürme über Berlin und Brandenburg gefegt. Während in den meisten Landesteilen vor allem abgeknickte Äste und umgestürzte Bäume für Feuerwehreinsätze sorgten, ist in Märkisch-Oderland eine Frau ums Leben gekommen. In Potsdam wurden zwei Frauen verletzt.

Unmittelbar vor Frühlingsbeginn hat am Wochenende eine Sturmfront über Berlin für zahlreiche Schäden gesorgt. Wegen Sturmböen mit Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern rief die Feuerwehr am Samstagmittag den Ausnahmezustand aus.

Innerhalb von vier Stunden mussten die Einsatzkräfte mehr als 350 Mal ausrücken. Umgestürzte Bäume und abgerissene Zweige blockierten immer wieder Straßen, die S-Bahn war auf mehreren Linien vorübergehend unterbrochen. Verletzte gab es nicht.

Bis zum Sonntag waren die Aufräumarbeiten abgeschlossen, wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte. Alles sei insgesamt betrachtet glimpflich abgelaufen. Sieben Freiwillige Feuerwehren waren zusätzlich im Einsatz. Auch das Technische Hilfswerk verstärkte seine Flotte.

Schuld war das Sturmtief Christoph, das mit heftigen Böen vor allem über den Nordosten Deutschlands fegte. Für weiteren Wind sorgte zudem das direkt nachfolgende Sturmtief "Eckhart". Am Flughafen Berlin-Schönefeld zeigten die Messgeräte 102 km/h an. Am späten Nachmittag flaute der Wind ab.

Große Schäden wurden vor allem im Osten Brandenburgs gemeldet, dort rückten die Feuerwehren am Samstagnachmitag zu rund 200 Einsätzen aus. Bäume und Geäst mussten von den Straßen geräumt und zerstörte Hausdächer abgesichert werden. „Wir hatten alles - Bäume auf Straßen, auf Autos, Garagen, Häusern und Stromleitungen“, zählte ein Sprecher der Regionalleitstelle auf.

In der Potsdamer Einkaufsmeile Brandenburger Straße verletzte ein umherwirbelndes Werbeschild zwei Fußgängerinnen, wie eine Sprecherin der Regionalleitstelle Nordwest berichtete. Eine der Frauen musste in einem Krankenhaus behandelt werden, die andere wurde von Sanitätern ambulant versorgt.

Im Spandauer Ortsteil Staaken drohte laut Feuerwehr ein großer Baum auf ein Einfamilienhaus zu stürzen. Er konnte jedoch rechtzeitig gesichert werden. Am Boulevard unter den Linden mussten ein Feuerwehrkran und die Höhenrettung helfen, losgerissene Strompaneele wieder zu befestigen.

Auch in den Landkreisen Havelland, Ostprignitz-Ruppin und in der Prignitz blockierten umgestürzte Bäume zahlreiche Landstraßen. Insgesamt gab es in diesen Kreisen rund 70 Einsätze der Feuerwehr. „An einigen Orten stürzten Bäume auf Hausdächer, auch parkende Autos wurden getroffen“, sagte die Sprecherin der Regionalleitstelle. Strom- und Telefonkabel wurden beschädigt.

Ein Sprecher der Regionalleitstelle Nordost berichtete ebenfalls von entwurzelten Bäumen auf vielen Straßen im Landkreis Teltow-Fläming und insbesondere rund um Ludwigsfelde. Auch die Landkreise Uckermark, Barnim und Oberhavel wurden getroffen. Insgesamt wurden 139 Einsätze der Feuerwehren registriert. Im Bereich der Leitstelle Brandenburg waren es 70 Einsätze.

Ruhiger blieb es dagegen im Süden Brandenburgs. „Wir hatten knapp 70 Einsätze, davon die meisten im Norden von Dahme-Spreewald“, sagte der diensthabende Beamte der Regionalleitstelle. Mehr als 30 Mal mussten die Kameraden in dem Landkreis ausrücken. Die Stadt Cottbus, die Landkreise Elbe-Elster, Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz blieben vom Sturm weitgehend verschont.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes waren am Samstag Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometern am Rande eines Tiefdruckgebiets über Brandenburg gezogen. Am Flughafen Berlin-Schönefeld zeigten die Messgeräte 102 km/h an. Am späten Nachmittag flaute der Wind ab.

Bis zum Sonntag hatte sich das Wetter weitgehend wieder beruhigt. Für den kalendarischen Frühlingsbeginn am Montag sagten die Meteorologen Regen und Temperaturen nur knapp über zehn Grad voraus.

Mitteilung der Feuerwehr