„Der Vorstand wurde beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Staatsministerium der Finanzen, auch eine auf die jeweiligen Anteilseigner bezogene Prüfung aller mit einer Auflösung in Zusammenhang stehenden Fragen vorzulegen“, teilte die SFG gestern nach einer Anteilseignerversammlung mit. Das Land sei um eine entsprechende Positionierung gebeten worden. Bislang war lediglich von einer „betriebswirtschaftlichen Prüfung aller Optionen“ die Rede.

Laut SFG-Sprecher Frank Weidner soll geklärt werden, welche Folgen ein Auflösung hätte. Aber auch andere Optionen würden geprüft. Auf der Versammlung sei „sachlich und offen“ über die weitere Entwicklung der Gruppe gesprochen worden. „Ungeachtet der sich weiter verschärfenden Finanzkrise und des anhaltenden Wettbewerbsdrucks sind die Verbundsparkassen gut aufgestellt und haben ihre hervorragende Marktposition weiterhin behaupten können“, hieß es. Nach dem Verkauf der Sachsen LB sind derzeit acht sächsische Sparkassen unter dem Holdingdach der SFG zusammengefasst.

Die Grünen im Landtag von Sachsen bekräftigten ihre Forderung nach einer Auflösung der SFG. „Ich kann nach dem Notverkauf der sächsischen Landesbank an die Landesbank Baden-Württemberg keinen Mehrwert in der SFG für die Sparkassen erkennen. Die meisten Aufgaben werden bereits durch den Ostdeutschen Sparkassenverband wahrgenommen“, sagte Grünen-Fraktionschefin Antje Hermenau. Solche Doppelstrukturen könnten sich die Sparkassen bei einem härter werdenden Wettbewerb nicht mehr leisten. Ähnlich hatte am Vortag die FDP im Landtag argumentiert.

Angesichts der Forderungen nach Auflösung trat eine personelle Entscheidung zur SFG gestern schon fast in den Hintergrund. Der CDU-Politiker und frühere Landrat Andreas Schramm bat um Aufhebung seines umstrittenen Beratervertrages für die Gruppe. „Ich bin nicht bereit, mich einer offensichtlich interessengeleiteten politischen Diskussion auszusetzen“, teilte er in einer persönlichen Erklärung mit.

Der Kontrakt war am Donnerstag nicht zuletzt wegen seiner Dotierung in Höhe von jährlich etwa 100 000 Euro bei einer Laufzeit von fünf Jahren in die Kritik geraten. Die FDP sprach von einem „skandalösen Fall von Günstlingswirtschaft“.

Als einstiger stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sachsen LB gehöre Schramm zu den Mitverantwortlichen des Landesbank-Desasters. dpa/cd