Ab dem Jahr 2020 sollten Kindertagesstätten beitragsfrei gestaltet sein, zudem solle die Qualität der Kitas verbessert werden.

In einer für die Grünen schweren Zeit - im Saarland und in Mecklenburg-Vorpommern flog die Partei aus dem Landtag, und auch die Umfragen für die Bundestagswahl sehen die Grünen derzeit maximal bei sieben Prozent - gab sich der Landesvorsitzende Clemens Rostock kämpferisch. Die Partei habe "Visionen", statt nur den Status quo verwalten zu wollen, sagte Rostock. Als ein Beispiel nannte er die Agrarpolitik. "Die Landwirtschaftsbetriebe werden immer größer, menschenleerer", sagte Rostock. "Tiere werden eingepfercht, mit Antibiotika vollgestopft, in Rekordzeit gemästet und geschlachtet - und der Bauernverband sagt: Es geht nicht anders." Die Ökobauern in Brandenburg bewiesen das Gegenteil. "Wir sagen: Weg mit dem Status quo, das kann anders und das muss anders gehen", so Rostock.

Ein wesentliches Wahlkampfthema droht den Grünen indes gerade verloren zu gehen: Der Kampf gegen die Lausitzer Braunkohle, der sich durch die Entscheidung der Leag zum Verzicht auf eine Erweiterung des Tagebaus Jänsch walde-Nord im Sinne der Umweltpartei zu entscheiden scheint. "Das ist ein großer Tag und ein großer Sieg auch für uns Grüne", sagte der Kreisvorsitzende der Grünen in Spree-Neiße, Wolfgang Renner. Doch die Partei will an dem Thema dranbleiben: In einem einstimmig angenommenen Dringlichkeitsantrag erneuerten die Grünen ihre Forderung nach einem von EU, Bund und Land gespeisten Lausitzfonds, und "übten Solidarität mit dem immer noch von der Abbaggerung bedrohten Lausitzdorf Proschim". Zudem dürften auch die Beschäftigten in der Braunkohleindustrie nun nicht allein gelassen werden.

Insgesamt aber blieb der Parteitag eher mau. Eines der wichtigsten Themen des Landes, die Kreisgebietsreform, kam gar nicht vor - und auch bei vielen anderen, auf dem Parteitag erhobenen Forderungen fehlt es den Grünen an Alleinstellungsmerkmalen. Beitragsfreie Kitajahre und ein Stopp der Abschiebungen nach Afghanistan werden auch von den Linken unterstützt, die Forderungen nach mehr direkter Demokratie teilen die Grünen zumindest in Teilen mit den Freien Wählern. Will die Partei wirklich ihr Ziel erreichen, und nach den Bundestagswahlen am 24. September zwei Abgeordnete nach Berlin entsenden, dürfte der Brandenburger Landesverband wohl noch einiges an Arbeit zu erledigen haben.