Geocaching ist eine moderne Schnitzeljagd mithilfe von Satelliten-Navigation. Die Bezeichnung setzt sich aus dem griechischen Wort Geo (für Erde) und dem englischen Cache (für geheimes Lager) zusammen. Zum Geocachen braucht man nicht viel. Man nehme ein Smartphone, lade sich im Vorfeld eine Geocaching-App darauf (gibt es auch kostenlos) und suche sich im Internet (z. B. auf www.geocaching.com) für das jeweilige Gebiet ein paar Caches raus.

In der Cottbuser Innenstadt sind gleich ein paar Schätze versteckt. Der Weg zu einem dieser Caches beginnt auf dem Altmarkt. Um die Zielkoordinaten zu finden, gilt es ein paar Fragen über diesen zentralen Platz zu beantworten. In den Antworten verstecken sich selbst für langjährige Cottbuser noch ein paar Überraschungen. So gilt es zum Beispiel herauszufinden, hinter welcher Hausnummer sich die Handwerkskammer "versteckt". Die Quersumme dieser Zahl, geteilt durch 2 ergibt die erste fehlende Zahl in der Koordinate. Weiter geht's: In welchem Haus wurde der Reformator Briesemann geboren? Briesemann? Nie gehört. Genauso wenig wie von einem Oberst Götze, der irgendwann mal Cottbus erobert haben soll und zur Lösung einer weiteren Aufgabe führt. Und so erkundet der Schatzsucher den Altmarkt und seine angrenzenden Gebäude und bekommt gleich nebenbei noch ein Stück Heimatgeschichte mit auf den Weg. Insgesamt gilt es, zehn Ziffern für die Zielkoordinaten zu ermitteln.

Diese werden dann einfach in die Geocaching-App des Smartphones eingegeben und führen - falls sie stimmen - zum richtigen Ziel. Falls nicht, können diese auch irgendwo in Südfrankreich liegen. Spätestens dann sollte aber auch dem Anfänger klar sein, dass man beim Rätseln einen Fehler gemacht hat. Bei der RUNDSCHAU-Testtour spuckte erst der dritte Anlauf die korrekten Zielkoordinaten aus. Tipp: Auf www.geochecker.com lässt sich die Richtigkeit der Koordinaten testen, bevor man einen kilometerweiten Fußmarsch in die Pampa unternimmt, der am Ende nicht zum Ziel führt. Der "Schatz" der Cottbuser Altmarkt- Tour liegt im Norden vom Startpunkt. Wo genau, soll hier nicht verraten werden. Schließlich soll ja niemandem der Such-Spaß verdorben werden.

Und was findet man am Ende einer solchen Cachingstrecke? Cache-Verstecke sind meist witterungsbeständige Plastikbehälter unterschiedlicher Größe. Diese reichen von kleinen Rollen mit dem Durchmesser eines Eurostückes (sogenannte Nano-Caches) bis zu brotbüchsengroßen Dosen. Darin befinden sich meist ein Logbuch, in dem sich die Finder verewigen und kleine, oft wertlose Nettigkeiten: ein Fingerring aus einem Kaugummi-Automaten, ein Würfel, eine Figur aus einem Überraschungsei. Den Cachern geht es eben mehr um das Suchen und Rätseln als um einen wertvollen Fund. Im Anschluss wird entweder der eine Klimbim gegen den anderen ausgetauscht oder man lässt alles in der Dose und legt diese wieder in ihr Versteck. Wichtig: Bei der Schatzsuche sollte sich der Cacher nicht von Muggles erwischen lassen. Angelehnt an die Harry-Potter- Bücher werden so Nicht-Cacher bezeichnet, die möglicherweise mit so einer Dose nichts anfangen können und diese bedenkenlos in den Müll entsorgen.

Andere Touren in der Cottbuser Innenstadt führen die Cacher zur Oberkirche oder auf eine Bildertour. Auch der Planetenpark oder die Stolpersteine, die sich vor den Wohnhäusern von in der Nazizeit deportierten Juden befinden, lassen sich auf so einer Cachingtour entdecken.

Versteckt werden diese "Schätze" von der Cacher-Community selbst. Jeder kann sich ein Versteck und auch ein dazugehöriges Rätsel ausdenken und den Cache anmelden. Bei einigen Communities werden diese dann auf die Einhaltung verschiedener Regeln geprüft und anschließend zum Cachen auf der Karte eingetragen. Der Verstecker hat die Pflicht, sich um den Cache in seinem Versteck zu kümmern. Einträge auf der zum Cache gehörigen Pinnwand im Internet (wie z. B. Logbuch voll) helfen bei der Pflege.

Laut der Datenbank des größten Geocache-Verzeichnisses geocaching.com existieren weltweit mehr als 1 800 000 aktive Caches, davon befinden sich über 261 000 in Deutschland. In den USA gibt es mit etwa 844 000 die meisten. Das Fazit der Cottbuser Tour: Vier Stunden an der frischen Luft gewesen, mehrere Kilometer Fußmarsch absolviert, vier "Schätze" gefunden, interessante Dinge über die Heimatstadt erfahren und ein spannendes Hobby entdeckt.

GEOCACHING-LEXIKON

Trackables
Sind Gegenstände, die von Geocachern von einem Cache zu einem anderen transportiert werden und deren dabei zurückgelegter Weg auf speziellen Internetseiten protokolliert wird.

GPS
Das Global Positioning System ist ein globales Navigationssatellitensystem zur Positionsbestimmung und Zeitmessung. Es wurde seit den 1970er-Jahren vom USVerteidigungsministerium entwickelt. GPS ist seit Mitte der 1990er-Jahre voll funktionsfähig und stellt seit der Abschaltung der künstlichen Signalverschlechterung am 2. Mai 2000 auch für zivile Zwecke eine Ortungsgenauigkeit in der Größenordnung von oft besser als zehn Meter sicher.

Muggle
Außenstehende, die Geocaching nicht kennen, werden als Muggles oder Geomuggles bezeichnet.

TFTC
Abkürzung zum Eintragen ins Logbuch, bedeutet Thanks for the cache.

Traditional Cache
Bei Traditional Caches werden die Koordinaten des Cache-Verstecks veröffentlicht. Dennoch kann das Auffinden schwierig sein, weil der Cache gut getarnt oder schwer erreichbar ist (zum Beispiel durch Bergsteigen oder einen Tauchgang).

Multi-Cache
Bei einem Multi-Cache sind mehrere Stationen zu absolvieren, um das Cache-Versteck zu finden. Die Koordinaten der Stationen sind entweder komplett veröffentlicht oder sind an der vorgehenden Station versteckt.

Mystery Cache
Bei einem Mystery-Cache muss zunächst ein Rätsel gelöst werden, bevor mit der Suche begonnen werden kann.