Wer zu Hause nicht schubsen oder pöbeln kann, weil die Frau es verbietet: Beim Einkaufen geht alles. Wer es schon wagt, abrupt an einer engeren Stelle stehen zu bleiben, hat fast den Hauptgewinn. Schon steht ein wutschnaubender Mann im mittleren Alter hinter einem und stößt leise, aber hörbare Flüche aus. Wer dann noch drei Sekunden zögert, hat die Einkaufswagenkante in der Hüfte. Hier wird nicht gewartet oder gefragt. Hier geht es Auge um Auge und Toastbrot um Toastbrot. Das ist die neue Höflichkeit: Drinnen die Mutter anmosern, weil der Kinderwagen nicht millimetergenau neben der Kühltruhe parkt, aber selbst den Eltern-Kind-Parkplatz blockieren. Ist ja keine Zeit. So hat eben jeder seine Leitkultur.