Wie sie genutzt wird, ist Zukunftsmusik. Eines ist jedoch sicher: Die Bergbaufolgeseen zwischen Boxberg (Kreis Görlitz) und Lichterfeld (Elbe-Elster) werden immer Frischwasser benötigen, um nicht dauerhaft sauer zu bleiben. Bislang löst die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) diese Aufgabe mit einem System, das Neißewasser bis ins frühere Revier bringt. Langfristig sei diese Variante jedoch riskant, ist Heepe überzeugt. Er vermutet, auch vor dem Hintergrund des Klimawandels, dass über dieses System nicht genügend Wasser in die Seen kommt, um etwa auch die große Menge, die in den Sommermonaten verdunstet, ersetzen zu können. So schlägt Heepe einen visionären Plan vor: eine Elbe-Überleitung, die die Nöte der Lausitzer Seen, in 50 oder 60 Jahren zu wenig Wasser zu bekommen, beseitigen könnte. Der Wasserwirtschaftler ist davon überzeugt, dass sich dieser Gedanke realisieren lässt. Ein Abfluss nahe Pirna könnte Elbewasser über einen Tunnel in fast durchgehendem Gefälle Richtung Kleine Spree leiten. Dort würde das gefragte Nass nach bekannter Methode in die Lausitzer Seen geleitet. Im sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft wird bereits über Varianten einer Elbe-Überleitung nachgedacht. Wie Andreas Kunze, stellvertretender Sprecher von Minister Frank Kupfer (CDU) mitteilt, soll in den kommenden Monaten eine Vergleichsstudie in Auftrag gegeben werden. Erste Ergebnisse erwartet die Staatsregierung bis zum Jahresende. Falls sich dabei herausstellt, dass eine solche Baumaßnahme nötig ist und "nachhaltige Wirkung auf die Bergbausanierung ausübt", werde es eine Bund-Länder-Finanzierung geben. Die LMBV hält die Grundidee Heepes nach Aussage von Sprecher Uwe Steinhuber für sinnvoll: "Die Elbe führt meist genügend Wasser, um den Frischwasserbedarf der Lausitzer Seenkette abzudecken." Jedoch habe sich ein ähnliches Projekt, das die LMBV durchgerechnet hat, als illusorisch erwiesen. Ein Hindernis seien nicht allein die langen Strecken, sondern auch Rieseneinschnitte in die Natur, so Steinhuber. Er hält das aktuelle LMBV-Wasserkonzept noch jahrzehntelang für tragfähig. "Wir sind optimistisch, auf diese Weise die Lausitz und das mitteldeutsche Revier ausreichend versorgen zu können." Heepe sieht in einem Elbe-Überleiter auch eine touristische Komponente. Als Mitstreiter in der sich in Gründung befindenden Arbeitsgemeinschaft zur Renaturierung der Schwarzen Elster macht er sich dafür stark, den Fluss zwischen Elbe-Elster-Land und Hoyerswerda für Kanuten interessant zu machen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Elster auch in den Sommermonaten ausreichend Wasser führt.