Eine 33-köpfige Bund/Länder-Kommission soll bis Ende 2015 Grundlagen und Kriterien für die Suche empfehlen.

Anschließend sollen bis 2023 mehrere Standorte ausgesucht und oberirdisch verglichen werden, bevor am Ende wahrscheinlich zwei Standorte auch unterirdisch geprüft werden. Gorleben bleibt im Rennen, soll aber trotz bereits getätigter Investitionen von 1,6 Milliarden Euro gleichberechtigt mit allen anderen Optionen verglichen werden. Ende 2031 soll das Endlager bestimmt und von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden. Die Kosten werden auf mehr als zwei Milliarden Euro geschätzt und müssen von den Energiekonzernen getragen werden.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sprach von einem historischen Akt. Dass eine parteiübergreifende Einigung wenige Monate vor der Bundestagswahl gelinge, sei bemerkenswert. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte: "Dieser Neustart ist eine echte Chance, die es zu nutzen gilt."

Parallel zur Kommissionsarbeit soll von 2014 an ein neues Bundesamt für kerntechnische Entsorgung seine Arbeit aufnehmen - es soll die Suche steuern.

In das oberirdische Zwischenlager Gorleben sollen vorerst keine weiteren Atommüll-Behälter gebracht werden. Bis Anfang kommenden Jahres soll bestimmt werden, in welchen Orten die 26 noch aus der Wiederaufarbeitung im Ausland zurückkehrenden Castor-Behälter gelagert werden sollen.