Zastrow schwor die Liberalen auf einen "sächsischen Weg" ein,der auch Eigenständigkeit gegenüber der Bundespartei bedeutensoll. Die FDP-Bundesspitze kritisierte in GlauchauBundesregierung und Gewerkschaften.
Zastrow ist seit 1999 Landesvorsitzender. Damals war die Parteibei der Landtagswahl mit 1,1 Prozent klar an derFünf-Prozent-Hürde gescheitert. Seither arbeiten die Liberalen inSachsen an ihrer inhaltlichen und personellen Neuformierung. Fürdie Wahl 2004 strebt die FDP den Einzug in den Landtag an. ZuZastrows Stellvertretern wurden der Dresdener DiplomkaufmannTorsten Herbst, der Chemnitzer Manager Andreas Schmalfuß und derBundestagsabgeordnete Joachim Günther gewählt.

Sonderwirtschaftsregion Ost
Zastrow betonte vor den Delegierten: "Wir wollen die Wahlen 2004selbst gewinnen und nicht an irgendwelchen bundespolitischenDingen scheitern." Insbesondere müsse sich die Partei zu einemunkonventionellen politischen Stil bekennen und sich konsequentfür bessere Rahmenbedingungen und Perspektiven für die Sachseneinsetzen. Dazu gehöre nicht zuletzt die Forderung nach einerSonderwirtschaftsregion Ost. Hier gehe es den Freien Demokratenvor allem um Regelungen, die es den ostdeutschen Ländernermöglichten, die nach wie vor bestehende Schere gegenüber denalten Ländern zu schließen. "Wir wissen, dass wir noch vielaufzuholen haben, aber man muss uns auch machen lassen", sagteZastrow.
Kritik übte er dabei an der Gewerkschaftsforderung nach derEinführung einer 35-Stunden-Arbeitswoche und der Politik derBundesregierung in den neuen Ländern. Letztere bezeichnete er alsgroße Enttäuschung. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) habe denOsten bereits abgeschrieben, erklärte Zastrow.
FDP-Bundesvorsitzender Guido Westerwelle übte harsche Kritik ander Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. Insbesonderekritisierte er neuerliche Steuererhöhungen als "Anschlag auf dasWirtschaftswachstum und die Entwicklung des ganzen Landes".

Politik gegen Mittelstand
Der Versuch die Staatsfinanzen in der Griff zu bekommen, indemman dem Mittelstand immer tiefer in die Tasche greife, sei derfalsche Weg, sagte Westerwelle. FDP-Bundesvize Walter Döringerneuerte die FDP-Forderung nach dem Aufbrechen desFlächentarifvertrags bei einer Stärkung der betrieblichenArbeitnehmervertretung. Es müsse alles unternommen werden, um dieunternehmerische Entscheidungsfreiheit zu verbessern.
Dazu gehöre allerdings auch, dass die Unternehmer ihrerVerantwortung für die Ausbildung des Berufsnachwuchses gerechtwürden. Es sei nicht akzeptabel, dass mehr als 50 Prozent derUnternehmen, die dazu in der Lage wären, keine Lehrlingeausbildeten.