Manchmal ist es praktisch, wenn man für Werbung nichts bezahlen muss. So auch in Brandenburg: Das Potsdamer Verkehrsministerium hat sich ab Oktober 2014 eine Werbekampagne zur Verkehrssicherheit, bei der insgesamt 200 Linienbusse beklebt wurden, vom damaligen Busunternehmen Havelbus finanzieren lassen.

Insgesamt hatte das Sponsoring einen Wert von 165 000 Euro. Das geht aus dem alle zwei Jahre erscheinenden Bericht des Potsdamer Innenministeriums zum Sponsoring von Landesinstitutionen hervor, der am Wochenende veröffentlicht wurde. Verkehrsminister war damals noch Jörg Vogelsänger (SPD): "Unser Ziel ist es, die Menschen in Brandenburg auf das Thema Verkehrssicherheit aufmerksam zu machen", hatte er im Oktober 2014 erklärt. "Wir freuen uns über das Engagement der Havelbus-Verkehrsgesellschaft, durch das die Kampagne auf Brandenburgs Straßen einmal mehr präsent wird." Gerade auch die für uns wichtige Zielgruppe der jungen Autofahrer könne "durch die Heckaufkleber an Havelbussen erreicht werden."

Tatsächlich lebt ein Busunternehmen wie Havelbus zu einem erheblichen Anteil von den Zuschüssen zum Öffentlichen Personennahverkehr: Dem Verbundbericht des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg zufolge erhielt Havelbus im Jahr 2014 für rund elf Millionen zu fahrende Kilometer rund 18 Millionen Euro von den Landkreisen Havelland und Potsdam-Mittelmark. Zudem bediente die Gesellschaft die gesondert vergebene Buslinie 618 zwischen Potsdam und dem Behördenzentrum Wünsdorf.

"So ein Sponsoring hat aber überhaupt keine Auswirkungen auf die Vergabe von Leistungen", sagt der Sprecher im Infrastrukturministerium, Steffen Streu. "Eine Busgesellschaft ist ja ein Unternehmen, was auch selbst Geld verdient." Das Sponsoring werde auch in diesem Jahr fortgesetzt: Derzeit laufe ein weiterer Wettbewerb, bei dem Schülerinnen und Schüler bis zum 5. August noch Plakate zur "Ablenkung im Straßenverkehr" einreichen können. Auch das Siegerplakat dieses Wettbewerbs soll im Herbst wiederum auf Bussen zu sehen sein. In diesem Jahr werde das Bekleben der Busse aber nicht von einer Busgesellschaft, sondern von einer Versicherung in Kooperation mit einer Werbeagentur finanziert, die mit mehreren Busunternehmen kooperiere.

Insgesamt attestierte der Bericht dem Land in den Jahren 2014 und 2015 Sponsoringeinnahmen von 7,3 Millionen Euro. Davon gingen 6,9 Millionen Euro an die Universitäten - etwa in Form von Bücherspenden oder Stiftungsprofessuren. Einen gesonderten Posten in dem Bericht stellen die Sommerfeste der Landesregierung in Potsdam dar. Sie wurden über eine Agentur abgewickelt, auch die von Sponsoren eingeworbenen jeweils 320 000 Euro pro Jahr verblieben bei der Agentur und flossen nicht in den Landeshaushalt ein.

"Wir halten uns an die Regeln und treten konsequent für die transparente Ausweisung von Spendenleistungen durch Private an die Landesverwaltung ein", sagt Innenminister Karl-Heinz Schröter. "Die Neutralität der Verwaltung bleibt immer gewährleistet."