Carmen Lademann, umgeben vom Tor-, Pfahl-, Block- und Grubenhaus, erklärt das Uebigauer Bronzezeitdorf.Beim Kilometerstand 29,3, also kurz vor den Toren Uebigaus erläuterte Storchenbeauftragter Franz Pauliuk den Teilnehmern der Frühlingsradtour, dass schon viele der Tiere im Kreis gesichtet wurden.Am Start, kurz nach 10 Uhr, begab sich die Gruppe auf eine Entdeckungstour auf des Bibers Spur. Diese war nicht nur abwechslungsreich gestaltet, sondern auch sehr informativ. Franz Pauliuk von der Naturwacht Brandenburg und Weißenstorchbeauftragter des Kreises Herzberg wusste auf der rund 32 Kilometer langen Strecke viel Wissenswertes über Tiere, Pflanzen und die Region zu berichten.

Interessante „Louise“ -Führung
Die anvisierten Etappenziele konnten vor allem entlang des Elsterradwanderweges angefahren werden. Es ging in Richtung Bomsdorf, weiter über Langennaundorf, Schilda und Wildgrube. Es gab Interessantes über den Fluss Schwarze Elster zu erfahren. Dazu gehörte nicht nur der Biber, sondern auch das Thema Hochwasserschutz. Größtenteils waren gepflasterte Wege für die Fahrt gewählt, was die Radler sehr begrüßten. „Die Führung durch die Brikettfabrik Louise wurde uns sehr praxisnah gestaltet“ , betonte Manfred Thiel aus Herzberg, der gemeinsam mit seiner Ehefrau die große Runde mitfuhr. Die beiden 61-Jährigen hatten zur offiziellen Strecke die An- und Abfahrt noch zusätzlich zu absolvieren und kamen so locker auf 60 Kilometer. Der Weg führte weiter nach Uebigau, vorbei an der Wasserkraftanlage Neumühl bis zum Neugraben. „Eine sehr interessante Sache, vor allem dann, wenn man vom Inneren die Arbeitsgänge beobachten kann“ , so Franz Pauliuk.

Berliner Wanderfreunde getroffen
Unterwegs begegneten die Radfahrer auch einer weiteren rund 20-köfpige Gruppe, die aus Berlin kam. „Das Wetter war einfach ideal zum Radeln“ , betonte Matthias Kurzrock aus Brandis. Siegfried Pommranz aus Falkenberg ließ sich die Tour ebenfalls nicht entgehen. Im Gepäck hatte er seine Badehose und Handtuch und wollte am Ende, quasi als Erfrischung in die Fluten des Kiebitz steigen. Rund 90 Mal war der fast 70-Jährige in diesem Jahr schon baden, sagte er sehr stolz.
Hin und wieder gab es kurze Abweichungen von der ausgewählten Strecke. So auch kurz vor Uebigau, wo der Röderkanal in die Elster gepumpt werden muss, da diese hier höher liegt. Hier wählten sie als Überfahrt die kleine Holzbrücke, hielten Ausschau nach den ersten Pfanzen und den Störchen. Peter Müller aus Schlieben interessierte ebenfalls die Route zur Louise, um die Natur dort kennenzulernen. Er betonte: "Es ist lobenswert, dass Menschen solche Aktivitäten zeigen und Fahrten organisieren."
Eine etwas längere Pause war dann in der Uebigauer Heimatstube geplant, die seit 1994 Museum ist und in ihren Ausstellungen das frühere Leben wieder spiegelt. Dazu gehört eine Schulstube, aber auch der Aufbau einer Flachsstrecke vom Feld bis hin zum Webstuhl. In der Kulturscheune stimmten sich die Gäste bei der Ausstellung der Ur- und Frühgeschichte auf das Betreten des bronzezeitlichen Dorfes im angrenzenden Garten ein. Carmen Lademann, Mitglied des Heimatvereins Uebigau empfing die Gäste und schenkte ihnen Honigwein aus. Nur noch wenige Kilometer, darunter ein Stopp für eine Radlermahlzeit beim Wirt des „Waldschlösschens“ , trennte danach die Ausflügler vom Ziel, dem Naherholungszentrum.