Nicht nur der Bundestag ist Opfer einer Cyber-Attacke geworden, sondern auch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel sei ein Trojaner festgestellt worden, berichtet die "Bild am Sonntag". Außerdem kämpfen die Landesparlamente regelmäßig mit Hacker-Angriffen. So werden auf das Computernetzwerk des Landtags von Nordrhein-Westfalen nach Angaben eines Sprechers fast täglich Angriffe gestartet. Dazu zählen allerdings auch Spam-Mails. Im August 2014 fand ein Virenscanner auf einem Landtagsrechner der Piratenfraktion eine Spähsoftware. Dabei handelte es sich um ein Programm, das Passwörter herunterladen kann.

In Niedersachsen registriert das Innenministerium eine Zunahme gezielter und professionalisierter Angriffe auf das Netz der Landesverwaltung. Die Verwaltung hatte erst im vorigen Herbst auf mehreren tausend Rechnern mit der Installation neuer Browser-Versionen eine akute Sicherheitslücke geschlossen. Sie hätte es Angreifern ermöglicht, sichere Verbindungen mit anderen Websites vorzutäuschen.

Auch der Landtag im Saarland war bereits Ziel etlicher Hacker-Attacken, wie Landtagspräsident Hans Ley mitteilte. Mit stets aktueller Sicherheitssoftware seien sie bisher jedoch rechtzeitig erkannt und erfolgreich abgewehrt worden.

Angriffe gab es zudem auf den Bayerischen Landtag. "Jede größere Organisation ist laufend kleineren Attacken aus dem Netz ausgesetzt, so auch wir", sagte ein Sprecher.

Dass Angreifer enorme Schäden verursachen können, musste 2013 die Landesregierung von Sachsen-Anhalt mit ihrem Portal www.sachsen-anhalt.de erleben. Ein Hacker legte die Seite damals zeitweise lahm. Durch eine Sicherheitslücke war ein schädlicher Code in die Datenbank eingeschleust worden - wochenlang gab es Ausfälle. Verursacher war ein Schüler aus Hamburg.