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| 02:41 Uhr

Auch in der Lausitz tragen Frauen Burkinis

Muslimische Frauen im Burkini waren in Bad Saarow Anlass für einen handfesten Streit. In der Region gehen die Badbetreiber unterschiedlich mit der hierzulande ungewöhnlichen Badebekleidung um.
Muslimische Frauen im Burkini waren in Bad Saarow Anlass für einen handfesten Streit. In der Region gehen die Badbetreiber unterschiedlich mit der hierzulande ungewöhnlichen Badebekleidung um. FOTO: dpa
Cottbus. In einem Thermalbad in Bad Saarow ist ein Streit um Burkinis ausgebrochen. Doch wie präsent ist das verschleierte Baden von muslimischen Frauen in der Lausitz tatsächlich? Die RUNDSCHAU hat nachgefragt. Michèle-Cathrin Zeidler

Ein Burkini ist ein Badeanzug für muslimische Frauen. Bis auf Gesicht, Hände und Füße sind alle Körperpartien bedeckt. Aktuell sorgt die Badebekleidung für Frauen, die beim Baden einer strengen Auslegung des Islam entsprechen wollen, für Schlagzeilen. Denn eine Frau hat nach einem Thermenbesuch im Ganz-Körper-Badeanzug in Bad Saarow Strafanzeige gestellt, weil sie sich diskriminiert fühlte. Neben der Berlinerin, die mit ihrer aus dem Libanon stammenden Familie Badegast war, trug auch ihre Mutter einen Burkini. Badegäste hätten sie beschimpft und einen Bademeister eingeschaltet.

Sport-und Freizeitbad Lagune Cottbus: Der Burkini ist im Cottbuser Sport- und Freizeitbad Lagune bisher kein Thema. "Es wäre schon sehr ungewöhnlich, wenn eine Frau mit einem Burkini aus unserer Umkleidekabine kommen würde", sagt Marketingleiter Ronald Kalkowski. Bisher habe sich das Bad daher nicht mit dieser Thematik auseinandergesetzt - auch nicht mit den Konsequenzen für die Hygiene und die Reinigung. Generell verbieten will das Sport- und Freizeitbad Lagune diese Art der Badebekleidung nicht. "Unter unseren Gästen sind aber auch Muslima und die tragen einen Badeanzug", sagt Ronald Kalkowski.

Tropical Islands: In dem tropischen Freizeitparadies ist der Burkini schon seit Längerem keine Seltenheit mehr. "Wir haben viele internationale Gäste und daher sieht man auch hin und wieder einen Burkini im Wasser", sagt Pressereferentin Janet Schulz. Der Ganz-Körper-Badeanzug ist erlaubt und akzeptiert, wenn er aus einem Badeanzugstoff ist. "Dann hat auch längere Kleidung keinen Einfluss auf die Wasserqualität", so Janet Schulz.

Im Tropical Islands kam es auch schon zu Konflikten durch Burkinis. "Es gab bereits Gäste, die sich beschwert haben", sagt Janet Schulz. Der Grund war meist Unwissenheit. "Die Gäste hielten die Burkinis für normale Kleidung. Wir haben dann geschlichtet und eine Akzeptanz geschaffen", erzählt sie weiter. Das Personal sei für solche Fälle extra geschult.

Spreewald Therme Burg: In der Spreewald Therme ist das verschleierte Baden hingegen bisher kein Thema. "Mir ist noch kein weiblicher Gast im Burkini aufgefallen", sagt Pressesprecherin Mandy Marschka.

Auch Probleme oder Beschwerden von Badegästen aufgrund eines Ganz-Körper-Badeanzuges seien ihr bisher nicht zu Ohren gekommen. "Solange der Burkini den hygienischen Anforderungen entspricht und als Bademode deklariert ist, haben wir auch nichts gegen ihn", stellt Mandy Marschka klar. Ein Modell aus Baumwolle wäre hingegen nicht in Ordnung. "Der Stoff bei Bademode ist speziell, damit er schnell trocknet und sich keine Bakterien bilden können", erklärt sie. Absolute Hygiene ist für das Bad nämlich ein wichtiger Grundsatz, daher wird das Wasser in den größeren Becken in etwa zwei Stunden komplett umgewälzt und somit gereinigt. Die kleineren Becken, wie der Whirlpool, benötigen etwa 20 Minuten für eine vollständige Umwälzung.

Wonnemar Bad Liebenwerda: In Bad Liebenwerda schreibt die Hausordnung vom Wonnemar das Tragen von "üblicher Badebekleidung" vor. "Darunter fallen Badehosen, Badeshorts, Bikini und Badeanzüge", erklärt Sprecherin Susanne Ott. "Ein Burkini ist daher wie ein T-Shirt oder langes Badetuch nicht erlaubt." Diese Bestimmung habe hygienische Hintergründe. "Ob Burkini oder langes T-Shirt - bei uns werden alle Badegäste gleich behandelt, und der Bademeister würde auf die Hausordnung hinweisen", sagt Susanne Ott. Bisher habe es aber noch keinen entsprechenden Fall gegeben. "Bei uns schwimmen zwar auch Muslime, aber keine Frauen, und es gab auch keine Anfrage zum Tragen von Burkinis", erklärt die Pressesprecherin.

Erlebnisbad Senftenberg: Ein anderes Bild stellt sich im Erlebnisbad Senftenberg dar. "Bei uns schwimmen öfter Frauen im Burkini", sagt Maria Lange von der Stadt Senftenberg. Verboten sei der Burkini laut Badeordnung nicht. "Bisher gab es auch keine Probleme mit anderen Badegästen", weiß die Sprecherin.

Spreewelten Lübbenau: In den Spreewelten Lübbenau hat bisher kein weiblicher Gast einen Burkini getragen. "Es wäre auch nicht erlaubt, da laut Hausordnung nur ortsübliche Badebekleidung wie Badehose, Badeanzug und Bikini gestattet sind", sagt Pressesprecherin Luisa Kopsch und betont die strengen Hygienevorschriften für das Wasser. "Auch wenn es ein spezieller Badeburkini ist, können wir ihn in unserem Bad nicht erlauben", sagt Luisa Kopsch weiter. Bisher sei aber auch nicht nach dem Ganz-Körper-Badeanzug gefragt wurden. "Zwar schwimmen regelmäßig Flüchtlinge bei uns - auch Frauen - allerdings in Badehose und Badeanzug."