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Attacke gegen Automaten-Knacker

Potsdam. Nach der Sprengung mehrer Geldautomaten in der Lausitz innerhalb weniger Wochen zieht die Brandenburger Polizei endlich Konsequenzen. Die Zahl der Ermittler wird verdoppelt. Klare Forderungen gibt es auch an die Banken. Jan Siegel

Die Brandenburger Polizei hat eine spezielle Ermittlungsgruppe eingesetzt, die Sprengungen von Geldautomaten aufklären soll. In diesem Jahr habe es inzwischen schon 24 Fälle gegeben, dazu neun Versuche, sagte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke am Freitag in Potsdam.

Im gesamten vergangenen Jahr seien neun derartige Taten registriert worden.

Die Zahl der Banküberfälle sei im Gegenzug von etwa 60 bis 70 noch vor wenigen Jahren auf inzwischen knapp eine Handvoll im Jahr gesunken. Zuletzt hatten Unbekannte Mitte der Woche in Forst (Spree-Neiße) einen Geldautomaten gesprengt. Nach ersten Untersuchungen leiteten sie ein explosives Gasgemisch ein. Nach Angaben von Mörke beschäftigen sich in der Ermittlungsgruppe zunächst fünf Ermittler und zwei Auswerter speziell mit diesen Straftaten.

Angekündigt wurde, die Zahl der Beamten auf bis zu zehn Ermittler aufzustocken. Sie sollen sich auch mit dem Thema Prävention beschäftigen.

Der Polizeipräsident erneuerte am Freitag auch die Forderung an die Banken, mehr für den Schutz ihrer EC-Automaten in meist ländlichen Gebieten zu tun. Nicht alle Geräte würden beispielsweise von Kameras überwacht. Zudem sei der Zugang oft ungehindert möglich.

Für die kommenden Wochen plane die Polizei eine Veranstaltung, um Banken über geeignete Vorsichts- und Sicherungsmaßnahmen zu beraten.

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