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| 02:42 Uhr

Atom-Gipfel soll Welt sicherer machen

Die Gefahr des nuklearen Terrorismus sei eine der größten Bedrohungen der Menschheit, sagte der niederländische Premierminister Mark Rutte vor dem Nukleargipfel in Den Haag.
Die Gefahr des nuklearen Terrorismus sei eine der größten Bedrohungen der Menschheit, sagte der niederländische Premierminister Mark Rutte vor dem Nukleargipfel in Den Haag. FOTO: dpa
Den Haag. In Den Haag sind die Staats- und Regierungschefs zum Gipfel über nukleare Sicherheit eingetroffen. Das zweitägige Treffen, das am heutigen Montag beginnt, müsse "die Welt ein wenig sicherer machen", sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte am Sonntag. Annette Birschel

Zu der größten Konferenz in der Geschichte der Niederlande werden 53 Staats- und Regierungschefs erwartet. Auf dem Atom-Gipfel - dem dritten seiner Art nach Washington und Seoul - wollen die Staaten vereinbaren, die Bestände von nuklearem Material zu verringern, sie besser zu schützen und stärker zusammenzuarbeiten. Die Gefahr des nuklearen Terrorismus sei eine der größten Bedrohungen der Menschheit, betonte Rutte. Voraussichtlich wird allerdings die Ukraine-Krise die Gespräche dominieren.

Am Rande der Beratungen werden die sieben führenden Industriestaaten auf Einladung von US-Präsident Barack Obama zusammenkommen. Sie wollen über das weitere Vorgehen nach der Annektierung der Krim durch Russland beraten. Dabei wird die Gruppe bestätigen, dass die G8 - zu der neben den Sieben bisher auch Russland gehörte - bis auf Weiteres nicht mehr existiert.

Kanzlerin Angela Merkel hob vor dem Gipfel die bisherigen Fortschritte bei der Sicherstellung von Nuklearmaterial hervor. Als Beispiele nannte sie die Sicherung ausgemusterter Atom-U-Boote der russischen Nordmeerflotte und von Kernmaterialien der Ukraine. Damit seien Initiativen in Gang gekommen, "von denen wir sagen können: Jetzt gibt es mehr Sicherheit in dieser Frage." Da aber fast jedes Land über Nuklearmaterial verfüge, etwa aus der Medizintechnik, müsse sichergestellt werden, dass niemand eine "schmutzige Bombe" bauen könne.

Russland schickt seinen Außenminister Sergej Lawrow zum Atom-Gipfel. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte nach Aussagen des niederländischen Premiers seine Teilnahme bereits während der Olympischen Winterspiele in Sotschi abgesagt.

Offiziell gibt es fünf Atommächte: USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China. Der Atomwaffensperrvertrag erlaubt ihnen, Nuklearwaffen zu besitzen. Er verbietet aber, diese an Nicht-Atommächte weiterzugeben und verpflichtet sie zur Abrüstung. Die Atommächte lagern ihre Waffen nicht nur im eigenen Land, sondern auch in Deutschland, Belgien, Italien, den Niederlanden und der Türkei.

Indien, Pakistan und Israel gehören nicht zu den Unterzeichnern des Sperrvertrags, es ist jedoch bekannt, dass sie Atomwaffen besitzen. Nordkorea zog seine Zustimmung zum Atomwaffensperrvertrag 2003 wieder zurück. Um das umstrittene Atomprogramm des Irans ringen Teheran und der UN-Sicherheitsrat seit Jahren.

Zum Thema:
Wird einem herkömmlichen Sprengsatz radioaktives Material beigemischt, ist von einer "schmutzigen Bombe" die Rede. Der konventionelle Sprengstoff soll dazu dienen, die radioaktiven Stoffe in der Umwelt zu verteilen. Westliche Staaten fürchten, dass zum Beispiel radikale Islamisten auf diese Weise Terroranschläge verüben könnten. Die verheerende Sprengkraft von Atomwaffen haben solche Bomben aber nicht, denn bei der Detonation kommt es nicht zu einer nuklearen Kettenreaktion.