Nach dem dreiwöchigen Zahlungsaufschub durch den IWF bleibt Griechenland trotz weiterer Zugeständnisse seiner Partner auf Konfrontationskurs zu den Geldgebern. Athen lehnt die Vorschläge der Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Lösung der Schuldenkrise bislang ab. Diese seien inakzeptabel, hieß es am Freitag aus Kreisen der Links-Rechts-Regierung. Dies habe Regierungschef Alexis Tsipras in einem Telefonat auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident François Hollande mitgeteilt.

Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, sieht eine schnelle Einigung mit Griechenland skeptisch. Die griechische Regierung sei noch nicht auf dem guten Weg, um Staatsfinanzen und Wirtschaft in Ordnung zu bringen, sagte der niederländische Finanzminister in Den Haag. Angesichts der Hängepartie übte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz ungewöhnlich scharfe Kritik an der Athener Regierung und dem Linksbündnis Syriza von Tsipras. Die griechische Regierung gehe "bisweilen gewaltig auf die Nerven", sagte der SPD-Politiker in einer ZDF-Sendung am Donnerstagabend. Die seit Januar amtierende Regierung habe zwar eine riesige Erblast übernommen. Es sei aber unverständlich, dass die reichsten Griechen in der Krise 120 Milliarden Euro außer Landes gebracht hätten und die großen Reeder nicht besteuert würden: "Ich hab' die Faxen dicke."

Im Kampf gegen die Zahlungsunfähigkeit hat sich Athen eine Atempause verschafft. Nach IWF-Angaben will Griechenland seine im Juni fälligen Kreditraten bündeln und die insgesamt 1,6 Milliarden Euro zum Monatsende überweisen. Eigentlich wäre am gestrigen Freitag eine Rate von mehr als 300 Millionen Euro fällig gewesen.