Tsipras plant nach den jüngsten Verwerfungen in den Beziehungen zwischen Athen und Berlin am Montag seinen ersten offiziellen Besuch in Deutschland.

Für Wirbel sorgte der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis in der ARD-Sendung "Günther Jauch". In einem Youtube-Video aus dem Jahr 2013 von einem Auftritt des damaligen Wirtschaftsprofessors bei einer Konferenz in Zagreb ist zu sehen, wie Varoufakis über die Eurokrise referiert und dabei den Mittelfinger in Richtung Deutschland ausstreckt. Die Äußerungen in dem Video bezogen sich allerdings auf die Vergangenheit. Auf Englisch sagte Varoufakis - damals noch nicht Minister - in dem Video, Griechenland hätte schon im Januar 2010 nach dem Vorbild Argentiniens seine Zahlungsunfähigkeit erklären, "Deutschland den Finger zeigen und sagen sollen: "Jetzt könnt ihr dieses Problem alleine lösen". Im Video ist Varoufakis mit einem ausgestreckten Mittelfinger zu sehen. Nach Angaben der Redaktion ist das Video echt, es gebe keine Anzeichen von Manipulation. Varoufakis sprach von einer Montage.

Zu Mutmaßungen über eine Milliardenlücke im griechischen Haushalt bis Ende März sagte der Minister, es gebe aktuell nur "unbedeutende, kleine Liquiditätsprobleme". Kurz zuvor hatte auch Regierungschef Tsipras betont: "Es gibt absolut kein Liquiditätsproblem." Eine weitere Umfrage in Deutschland zeigt eine klare Mehrheit für einen Euro-Ausstieg Athens. 59 Prozent der Befragten sagten dem Meinungsforschungsinstitut YouGov, sie würden es vorziehen, dass Griechenland die Eurozone verlässt. In der Altersgruppe 45 bis 54 Jahre waren es sogar 67 Prozent. Nur bei den 18- bis 24-Jährigen gab es mit 41 Prozent keine Mehrheit.