Doch da schoben jetzt die Nürnberger Behörden einen Riegel vor: "Die unentgeltliche Abgabe von Waren ist nicht erlaubt", stellte der Marktamtsleiter klar. Loslegen wollte die sächsische Werbemannschaft am 6. Dezember. Doch jetzt hat es sich erstmal ausgewurstet.

Sowas, da kommt man mit Geschenken, und was man kriegt, sind ernste bilaterale Verstimmungen. Man muss bedenken, dass das Nürnberger Würstchen, wie der Name schon sagt, ein kurzes Ding ist. Nur neun Zentimeter lang, dafür aber 700 Jahre alt. So lange oben bleiben kann nur, wer die Konkurrenz konsequent aussperrt. Die stolzen Garköche der Reichsstadt Nürnberg schafften das mittels einer unüberwindlichen kulturellen Grenze, die nennen wir heute Weißwurstäquator. Oberhalb sind die Würste dick und barbarisch, unterhalb klein und verfeinert. Jahrhundertelang war da alles in bester geopolitischer Ordnung. Doch jetzt marschieren die Sachsen mit ihren Würstchen ein und schreiben an ihre Marktbude rotzfrech "So geht sächsisch." Zu sowas sagen die Nürnberger nur: "Arm's Wöschdla!"