Neuwahlen nach Auslaufen der Legislaturperiode waren nicht zu Stande gekommen, weil sich die politischen Gruppierungen nicht auf die Einrichtung einer Wahlkommission verständigen konnten. Präsident Aristide regiert seitdem mit Dekreten. Die Opposition beharrte jedoch weiter auf ihrer Forderung nach einem Rücktritt Aristides. Sie wirft dem einstigen Armenpriester vor, das Land mit diktatorischen Methoden und durch Korruption weiter in Armut und Elend zu treiben. Aristide lehnt einen Rücktritt ab.
Die Opposition lehnte den internationalen Friedensplan zur Beilegung der Krise in dem Karibikstaat gestern Abend endgültig ab. Das sagte Oppositionsführer Evans Paul. Der von den USA, der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), der Karibischen Gemeinschaft (Caricom) und anderen Staaten vorgelegte Plan sieht vor, dass Haitis Präsident Jean Bertrand Aristide bis Februar 2006 im Amt bleibt, zugleich aber einen beträchtlichen Teil seiner Macht an einen neuen Regierungschef und eine neue Regierung abgibt.
Unabhängig davon bereitete sich die Hauptstadt Port-au-Prince gestern auf einen Angriff der bewaffneten Rebellen vor. (dpa/AFP/uf)