Präsident Néstor Kirchner rief seine Landsleute auf, sich im Geiste der "Erinnerung, der Gerechtigkeit und historischen Wahrheit, aber ohne Hass und Rachegefühle" für ein besseres Argentinien einzusetzen.
Verteidigungsministerin Nilda Garré ordnete die Öffnung der Militärarchive an, um Beweismaterial für Strafverfahren gegen die Täter zur Verfügung zu stellen. "Argentinien hat erstaunliche Fortschritte bei der Bewältigung der Diktaturfolgen gemacht", sagte die Politologin Ruth Fuchs vom Institut für Iberoamerika-Kunde in Hamburg. Während der siebenjährigen Diktatur der Generäle wurden bis 1983 nach Schätzungen von Menschenrechtlern bis zu 30 000 Regimegegner ermordet. Zehntausende flüchteten ins Exil. Zudem legten die Militärs mit verfehlter Wirtschaftspolitik den Grundstein für die bis heute drückende Auslandsverschuldung.
Schon in der Nacht hatten sich auf dem Maiplatz (Plaza de Mayo) vor dem Präsidentenpalast in Buenos Aires zahlreiche Menschen zu einem Konzert versammelt. Kurz nach Mitternacht erinnerte die Präsidentin der Mütter der Plaza de Mayo, Hebe de Bonafini, in einer Rede an die Diktaturopfer - genau zu der Stunde, in der die Militärs die Macht an sich gerissen hatten. Die Mütter des Maiplatzes hatten 1977 unter Lebensgefahr begonnen, mit Schweigemärschen Auskunft über das Schicksal der Verschwundenen einzufordern.
Kirchner, der der Generation der Diktaturopfer angehört, hat sich besonders für die Verfolgung der Täter und die Aufklärung der Diktaturverbrechen eingesetzt. Er forderte zum Nachdenken über die Gründe für die Diktatur auf.
Mithilfe der Menschenrechtsorganisationen, die sich seit der Rückkehr zur Demokratie 1983 aktiv für "Wahrheit und Gerechtigkeit" eingesetzt hatten, brachte er das Thema der Aufarbeitung des Staatsterrorismus wieder auf die Tagesordnung. (dpa/uf)