Die Flughafengesellschaft hatte Gerkan im Mai entlassen und wegen angeblicher Fehlplanung verklagt. Nun moniert der Architekt in seiner Klageerwiderung, die Manager selbst hätten mit ständigen Umbauwünschen den Bauablauf "regelrecht zerschossen. Auch hätten sie ihrem eigenen Aufsichtsrat und der Öffentlichkeit suggeriert, dass der Terminal "pünktlich und innerhalb des Wunschbudgets fertig werden könne". Demnach gab es bis Mai vergangenen Jahres insgesamt 286 Planänderungsanträge. So hätten Flächen für Check-In-Schalter reduziert werden müssen, um einen sogenannten Walk-Through-Shop nach der Sicherheitskontrolle auszubauen. Spätestens seit 2008 habe die Flughafengesellschaft mit "Halbwahrheiten und unrealistischen Vorgaben" gearbeitet.

Indes stellt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Eröffnung des neuen Flughafens im Jahr 2014 in Zweifel. Jetzt sei die Zeit, genau zu hinterfragen, zu analysieren und Lösungswege zu skizzieren, sagte er der "Bild am Sonntag": "Am Ende kann 2014 rauskommen, genauso aber ein anderes Datum."

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bleibt derweil trotz des Flughafen-Desasters im Amt. Ein von der Opposition gestellter Misstrauensantrag scheiterte am Samstag im Abgeordnetenhaus. Wowereit will den Vorsitz im Flughafen-Aufsichtsrat am Mittwoch an seinen bisherigen Stellvertreter in diesem Gremium, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), abgeben. Dieser stellt heute im Landtag vor dem Hintergrund der Vorgänge um den Flughafen die Vertrauensfrage.

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