Eine ist die Amphore, die ein Bauer 1882 im polnischen Unia fand. Wie Forscher aus Sachsen jetzt herausgefunden haben, ähnelt das wertvolle Stück zwei weiteren Amphoren aus der Bronzezeit, die wahrscheinlich zwischen 950 und 800 vor Christus hergestellt wurden. Archäologe Jens May vermutet, dass alle drei in derselben Werkstatt entstanden sind, die einst vermutlich in Seddin (Kreis Potsdam-Mittelmark) stand.

Die Entdeckung gelang mithilfe eines Streifenlichtscanners, den die Experten vom sächsischen Landesamt für Archäologie eigens ins Archäologische Museum Posen schafften, um dort die Amphore von Unia auf Bruchteile von Millimetern genau zu erfassen. Dort stellten sich eindeutige Gemeinsamkeiten der Amphore mit denen aus Seddin und Herzberg heraus. Der direkte Vergleich ergab verblüffende Übereinstimmungen bei den Abmessungen der Gefäßkörper und bei der Anordnung der Buckeldekore.

Die sehr einheitlichen Verzierungen aus getriebenen Buckeln haben ganz offensichtlich einen kalendarischen Bezug. Die beiden Amphoren aus dem sogenannten Königsgrab von Seddin und aus dem Depotfund von Herzberg waren bereits im Herbst 2014 am sächsischen Landesamt gescannt worden. Für weitere Erkenntnisse wollen die Landesämter von Sachsen und Brandenburg künftig eng mit dem Posener Museum zusammenarbeiten. Auch archäologische Einrichtungen in Breslau sollen bald mit ins Boot.