Der Brandenburger Landtag hat sich einstimmig für mehr Unterstützung für das Bahnwerk Cottbus ausgesprochen. In einem von CDU, SPD, Linken und Grünen eingebrachten Antrag forderten die Parlamentarier die Bundesregierung auf, dafür einzutreten, dass kein weiterer Abbau und keine Auslagerung von Spezial- und Kernkompetenzen im Werk Cottbus stattfinde, sondern eine Weiterentwicklung des Standortes erfolge.

„Es ist Zeit, den desaströsen Sparkurs bei der Bahn zu beenden und auf Wachstum zu setzen, und das nicht nur in Cottbus“, sagte die Jänschwalder Grünen-Abgeordnete Heide Schinowsky, auf deren Initiative der Antrag entstanden war. Im Cottbuser Bahnwerk würde eine Reihe von Kompetenzen nicht mehr genutzt. „Und Pläne, wonach der Standort auf 260 Mitarbeiter verkleinert werden soll, wurden zwar dementiert, sind aber unseres Wissens nach noch nicht vom Tisch“, sagte Schinowsky.

Ebenso wie der SPD-Abgeordnete Helmut Bartel sprach sich Schinowsky für eine Wartung von Hybridlokomotiven in Cottbus aus. „Es geht hier nicht um Diesel- oder Hybridloks“, sagte der CDU-Abgeordnete Dierk Homeyer. „Es geht um die Menschen.“ Eine Stellenstreichung oder eine Schließung des Bahnwerks in Cottbus wäre ein „fatales Signal für die Lausitz.“ „Was sollen die Menschen davon halten, dass die Bahn deutschlandweit 24 000 Menschen einstellt und im Cottbuser Werk abbauen will – was ist das für ein Signal?“, so Homeyer.

Der Cottbuser Linken-Abgeordnete Matthias Loehr betonte, dass es in Cottbus schon seit der Bahnreform 1994 Unsicherheiten gebe. Er hoffe, dass man den Druck auf den Vorstand der Bahn erhöhen kann. „Dies ist ein wichtiger Bestandteil der Industriepolitik.“

Die AfD-Abgeordnete Christina Schade entwickelte dagegen eine Verschwörungstheorie: Im Landtag warf sie der Regierung vor, die Arbeitsplätze in Cottbus gezielt zerstören zu wollen, um dann im Wahlkampf einen Investor präsentieren zu können. Dagegen betonte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD): „Wenn alle Zusagen eingehalten werden, ist ein Arbeitsplatzabbau in der vorgesehenen Größenordnung vom Tisch.“

Es sei geplant, dass Arbeitspakete aus anderen Werken nach Cottbus verlagert werden. Doch auch in der Rede des Sozialdemokraten wurden Zweifel deutlich. „Die Warnungen der Arbeitnehmervertretung dass das nur unzureichend geschehe, nehme ich ernst“, sagte Steinbach.

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