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Arbeitsmarkt ohne Sommerpause

Cottbus/Bautzen. Am Arbeitsmarkt in der Lausitz gibt es keine Sommerflaute. Das berichten die Agenturen für Arbeit in Cottbus und in Bautzen. Beate Möschl / moe

Während im Bezirk Bautzen die Zahl der arbeitslosen Menschen auf 19 889 gesunken ist und damit den niedrigsten Stand seit 1991 erreicht hat, stieg die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Cottbus im Vergleich zum Juli um 166 auf 22 198 leicht an.

Damit liegen beide Agenturbezirke im jeweiligen Landestrend. Im Land Brandenburg waren im August 89 918 Männer und Frauen ohne Arbeit. Das sind 898 mehr als im Juli, aber 12 152 weniger als im August 2016. Die Arbeitslosenquote beträgt 6,8 Prozent (Juli: 6,7 Prozent). Deutschlandweit liegt die Arbeitslosenquote bei 5,7 Prozent.

In Sachsen waren 134 200 Erwerbslose registriert, 3800 weniger als im Juli und 16 800 weniger als im August 2016. Die Arbeitslosenquote beträgt 6,4 Prozent. Die Städte Hoyerswerda, Weißwasser und Niesky gehen mit dem Trend. Niesky (Landkreis Görlitz) steht mit einer Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent sogar besser da.

In Südbrandenburg weist die Region Luckau unangefochten die niedrigste Arbeitslosenquote auf (aktuell: 4,3 Prozent). Von der Lage im Speckgürtel um Berlin profitiert ebenfalls die Region Lübben, trotz Anstiegs der Arbeitslosigkeit. Zur Ursache des Anstiegs gibt es keine Angaben. Mit einer Quote von fünf Prozent weist Lübben die zweitniedrigste Arbeitslosenquote in Südbrandenburg aus. 1467 Männer und Frauen waren hier Ende August erwerbslos registriert, zehn mehr als im Juli, aber 219 weniger als vor einem Jahr.

Auch Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) fällt auf mit einer Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent. Auch hier könnte ähnlich wie in berlinnahen Regionen die Zahl der Pendler eine Erklärung für die im Vergleich gute Beschäftigungssituation sein, heißt es auf Nachfrage. Allerdings dürfte hier eher die Nähe zu Sachsen ziehen. Die Grenzregion zu Polen indes wird ihre "rote Laterne" nicht los. Die höchste Arbeitslosenquote verzeichnet die Stadt Guben (Spree-Neiße) mit 9,9 Prozent. In Guben waren im August 1779 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 20 weniger als im Juli und 227 weniger als vor einem Jahr.

Wie Marion Richter, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Cottbus, berichtet, stehen im Agenturbezirk Cottbus 5872 freie Arbeitsstellen zur Verfügung. Das sind 461 mehr als im August 2016. Gesucht werden ausschließlich Fachkräfte, keine Helfer. Freie Stellen gibt es in Callcentern, der Gastronomie, der Altenpflege, im Objekt- und Personenschutz und im Handel. Gesucht werden auch Berufskraftfahrer, Bauelektriker, Köche, Schweißer. Im Agenturbezirk Bautzen gibt es 4596 freie Stellen, die meisten sind in Zeitarbeit (1514) zu besetzen. Im Verarbeitenden Gewerbe werden 844 Fachkräfte gesucht, im Baugewerbe 337.

Zum Thema:
Jeder dritte abhängig Beschäftigte in Cottbus kann von seiner Arbeit nicht leben. 3069 von 10 134 Leistungsberechtigten (Hartz IV) im Bereich des Jobcenters Cottbus müssen deshalb aufstocken. Betroffen sind vor allem Minijobber und sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Teilzeit. "Die gute Arbeitsmarktlage gibt mehr her als Minijobs", sagt Sven Mochmann, Leiter Jobcenter Cottbus, und fügt an: "Wir versuchen, Arbeitgeber für die Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu gewinnen. Gelingt das nicht, vermitteln wir Aufstocker in andere Betriebe, wo das klappt."Am 13. September gibt es in Cottbus im Haus der Agentur für Arbeit, Bahnhofstraße 10, den Aktionstag "Minijob? Da geht noch mehr!". Von 9 bis 12 Uhr beraten Mitarbeiter des Jobcenters und der Arbeitsagentur Cottbus, der Minijob-Zentrale, der Familienkasse, des Sozial- und des Jugendamtes, vom Lokalen Bündnis für Familie Cottbus und der Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg vor Ort. moe