„Wenn die Menschen für diese Aufgabe qualifiziert sind, ist das in Ordnung“, sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder der „Bild am Sonntag“. „Allein der Umstand der Arbeitslosigkeit ist keine Qualifikation für einen Pflegeberuf“, kritisierte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel das Vorhaben in der „BamS“. Die Pflege alter und kranker Menschen sei „zu wichtig für eine solche arbeitsmarktstatistische Scharlatanerie“.
Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) hatte über Pläne der BA berichtet, Tausende Langzeitarbeitslose mit der Versorgung von Demenzkranken zu beauftragen. Die Arbeitslosen sollen dem Bericht zufolge nur eine Kurzausbildung bekommen. Ein Entwurf des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sieht laut „SZ“ 160 Stunden Unterricht und einige Praktika vor. Vergleichbare Lehrgänge in der Vergangenheit hätten dagegen 900 Stunden Schulung vorgesehen, kritisierte ein Sprecher der Deutschen Alzheimergesellschaft. Der GKV-Spitzenverband soll die Richtlinien demnach morgen beschließen.
Nach dem neuen Pflegegesetz dürfen Pflegeheime für Demenzkranke zusätzliches Personal einstellen; die Kosten tragen die Pflegekassen. Derzeit würden überall in Deutschland Bewerberpools gebildet, sagte eine BA-Sprecherin der „SZ“. Teilnehmen könne jeder, der sich für die Arbeit in einem Heim interessiere und für eine Weiterbildung infrage komme.
Das Bundesgesundheitsministerium weist Kritik am geplanten Einsatz Langzeitarbeitsloser zur Betreuung Demenzkranker zurück. Die Sorgen seien unbegründet, es gehe nicht um Billig-Pflege, sagte Ministeriumssprecher Klaus Vater gestern. Altersverwirrten Menschen solle jemand zur Seite gestellt werden, der ihnen im Alltag hilft. Vater betonte, diese Assistenten sollten „keine fachpflegerischen Tätigkeiten“ ausüben. (AFP/epd/kr)