"Eine Einstellungszusage bei Studienbeginn reicht nicht aus. Bessere Arbeits- und Einkommensbedingungen sind unumgänglich", sagte Cornelia Falken (Die Linke). Man müsse endlich aufhören, über die Abwerbe-Versuche westdeutscher Bundesländer zu jammern. "Die Probleme müssen und können in Sachsen gelöst werden." Kritik fand auch das Vorhaben von Kultusminister Roland Wöller (CDU), Lehrern von "Mangelfächern" eine Prämie auszuzahlen. "Eine derartige Politik führt zu einer Zweiklassengesellschaft im Lehrerzimmer", sagte Astrid Günther-Schmidt (Grüne). Statt Prämien brauche man vor allem zuverlässige Einstellungspläne, um jungen Lehrern Perspektiven zu bieten. Falken: "Es gibt genug angehende Lehrer, die in Sachsen bleiben wollen. Aber eben nicht unter den herrschenden Bedingungen." Die Liberalen forderten eine stärkere Vergütung der Pädagogen nach Leistung. Wöller verteidigte die Marschrichtung der Regierungskoalition. Die Beschäftigung der Lehrer sei gesichert, die Erfolge bei der Pisa-Studie 2006 und beim Bildungsmonitor 2008 bestätigten die bisherige Bildungspolitik. Die Forderungen der Opposition bezeichnete er als "postpubertär". "Man kann nicht alles auf einmal verlangen. Wir müssen schrittweise vorgehen", sagte er. So sei auch im kommenden Jahr damit zu rechnen, dass nicht alle Uni-Absolventen unmittelbar nach ihrem Abschluss ein Referendariat beginnen könnten. Zuletzt hatte in Sachsen und anderen Bundesländern eine Kampagne für Unmut gesorgt, mit der Baden-Württemberg gezielt junge Lehrer in den Südwesten locken wollte.Im Bereic h der Wissenschaften sieht Ministerin Eva-Maria Stange (SPD) noch keine Anzeichen für eine Krisenstimmung bei Forschungsinstituten. "Natürlich wird es Auswirkungen geben, vor allem bei denen, die bis zu 50 Prozent ihres Etats mit Drittmitteln füllen müssen", sagte Stange. Sie bezog sich bei ihrer Einschätzung vor allem auf Gespräche mit Chefs diverser Forschungseinrichtungen. Es gehe auch darum, bewusst Investitionsentscheidungen "gegen den Trend" zu treffen. "Damit wird deutlich gemacht, dass ein solcher Wissenschaftsstandort durch die Wirtschaftskrise nicht gefährdet ist." Stange erinnerte an die Pläne für ein neues Fraunhofer-Zentrum in Dresden. Das "All Silicon System Integration Dresden" (ASSID) soll innovative Chips entwickeln. Gemeint sind Chips in dreidimensionalen Strukturen, auf denen komplexe Systeme auf kleinstem Raum unterkommen. In das Projekt fließen knapp 50 Millionen Euro. Prof. Herbert Reichl vom Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (Berlin) hatte bei der Präsentation des Vorhabens Mitte Januar in Dresden gesagt: "Es ist wichtig, auch in schweren Zeiten nach vorn zu denken". dpa/mb