Die Gewerkschaften fordern mehr Kontrollen, um solche Verstöße zu unterbinden.

Rund sieben Millionen Menschen in Deutschland gehen einer geringfügigen Beschäftigung nach. Rund zwei Drittel von ihnen haben ausschließlich sogenannte 450-Euro-Jobs. Für viele Arbeitnehmer sind sie deshalb attraktiv, weil keine Steuern fällig werden und auf Wunsch der Beschäftigten auch keine Rentenversicherungsbeiträge. Viele Betriebe sehen in diesen Beschäftigungsverhältnissen offenbar aber auch arbeitsrechtlich einen Freiraum.

Laut der IAB-Studie erhält mehr als jeder dritte Mini-Jobber (34,9 Prozent) rechtswidrig keinen bezahlten Urlaub. Und fast jedem zweiten geringfügig Beschäftigten (46 Prozent) wird der Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall vorenthalten. Die Arbeitsmarktforscher stützen sich dabei auf eine umfassende Befragung von 7500 Beschäftigten und Führungskräften in 1200 Betrieben.