Das entschied das Arbeitsgericht Leipzig gestern bei einer Sitzung in Döbeln (Az.: 7 Ca 6866/02).
Einem 59-jährigen Maschinenschlosser, der seit 45 Jahren in einer Döbelner Werkzeugmaschinenfabrik tätig war, war fristlos gekündigt worden. Der Mann hatte für Aufräumarbeiten in seinem überfluteten Betrieb 21 Überstunden geleistet, zwei weitere jedoch wegen Krankheit abgelehnt.
Ein Pflichtverstoß sei daraus in keiner Weise erkennbar, entschied das Arbeitsgericht Leipzig. Der Kläger habe auf die besondere Situation reagiert und in nur eineinhalb Wochen 21 Stunden zusätzlich gearbeitet. Nach dem Urteil der zuständigen 7. Kammer ist die Kündigung des Mannes unwirksam. Das Arbeitsverhältnis besteht fort.
Nach Auffassung des Gerichts ist es fraglich, ob der Arbeitgeber überhaupt unbezahlte Überstunden verlangen könne. Die bisherige Rechtsprechung ginge nicht von einer kostenlosen Mehrarbeit aus, sagte der Vorsitzende Richter, Frank Liedtke. (dpa/bra)