neue Gespräche über eine Einheitsregierung der rivalisierenden Palästinenserorganisationen organisieren. Und er will neue Friedensgespräche zwischen dem gemäßigten Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas und dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert in Gang bringen.

Fatah von Abbas geschwächt
Denn ohne einen diplomatischen Durchbruch wird Abbas der radikal-islamischen Hamas nicht die Stirn bieten können. Abbas' Fatah sei nicht nur wegen fehlender Organisation, der verbreiteten Korruption und des Todes ihres Vorsitzenden Jassir Arafat 2004 geschwächt, meint der israelische Autor Danny Rubinstein. „Die Schwäche der Fatah hat ihren Grund vor allem darin, dass ihr diplomatisches Programm gescheitert ist“ , schreibt er.
Rubinstein verweist darauf, dass die Führung der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) zwar Israel anerkannt hat, der politische Prozess hin zu einem Palästinenserstaat aber in die Sackgasse geraten ist. Israels Regierungen hätten daran eine Mitschuld. „Die Oslo-Abkommen wurden von Israel als Freibrief für einen Ausbau der (jüdischen) Siedlungen im Westjordanland und neue Wohnviertel in Ost-Jerusalem gesehen“ , kritisiert er.
Bei einem überraschenden Treffen mit Olmert wollte König Abdullah II. in der jordanischen Hauptstadt nun prüfen, wie ernst es Olmert mit seinem Friedensangebot an die Palästinenser ist. Nach Angaben beider Seiten fragte Abdullah Olmert, ob er zu seiner Zwei-Staaten-Lösung des Nahost-Konflikts und sofortigen multilateralen Gesprächen mit den Palästinensern bereit sei.
Olmert habe geantwortet, er stimme der Gründung eines lebensfähigen palästinensischen Staates „im Prinzip“ zu. Aber er habe auf palästinensischer Seite nur schwache Verhandlungspartner. Der jordanische König will nun Abbas und Hanija zusammenbringen und ihnen die Antworten Olmerts vorlegen. Abbas kommt am Sonntag nach Amman. Die Tür für neue Verhandlungen über die Bildung einer gemeinsamen Regierung mit der Hamas hat er bei der Ankündigung von Neuwahlen offen gelassen.

Hamas will Grenzen von 1967
Bisher hat die Hamas aber auch nach Monaten internationaler Finanzsanktionen keine Anstalten gemacht, Forderungen wie eine Anerkennung Israels zu erfüllen. In einer Ansprache skizzierte Hanija seine Formel für einen Kompromiss: Für einen palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967 - also ein Staat aus dem Gazastreifen, dem Westjordanland und Ost-Jerusalem - biete die Hamas Israel eine Waffenruhe von mindestens zehn Jahren an. Das aber ist aus israelischer Sicht nicht genug.