aufgegangen. Obwohl die USA ihre Kriegsvorbereitungen in der Golfregion bereits fast abgeschlossen haben, sind die Anti-Kriegs-Demonstrationen in der arabischen Welt bislang nicht größer als etwa in Deutschland oder Italien. Die arabischen Führer werfen dem irakischen Präsidenten sogar Knüppel zwischen die Beine - so sieht es zumindest die Führung in Bagdad.
Tatsächlich versuchen die Araber, Saddam Hussein Daumenschrauben anzulegen, indem sie ihm einen Großteil der Verantwortung für die derzeitige Krise geben. Dabei sind sie überzeugt, dass es Bush im Irak weder um die Eindämmung des Terrorismus noch um Demokratisierung geht, sondern um knallharte wirtschaftliche und geopolitische Interessen.
„In der kommenden Phase wird alles davon abhängen, wie sich die Regierung in Bagdad verhält und inwieweit sie eine Politik der Transparenz verfolgen wird“ , erklärt der ägyptische Präsident Husni Mubarak in einem gestern veröffentlichten Interview mit der Kairoer Zeitung „Al Gumhuria“ .
Doch auch, wenn keiner Saddam politisch unter die Arme greifen will - einig sind sich die Araber nur in ihrem Widerstand gegen einen Krieg. Wie und zu welchem Preis dieser verhindert werden könnte, darüber wird heftig gestritten. Während einige Staaten eine neue UN-Resolution wollen, die einen Krieg ausschließt, falls Saddam Hussein ins Exil geht, wollen andere Regierungen mit solchen Plänen nichts zu tun haben.
Nach langem Tauziehen haben sich die Staaten der Arabischen Liga jetzt doch noch darauf geeinigt, zumindest ein außerordentliches Außenministertreffen für Mitte Februar anzuberaumen. „Doch weder die eine noch die andere Entscheidung wird die Araber einer Lösung näher bringen“ , meint die Kairoer Zeitung „Egyptian Gazette“ und zählt die Versäumnisse der vergangenen Wochen auf: „Machtlos stehen die Araber im Abseits. Sie haben es versäumt, auf die französisch-deutsche Ablehnung gegen die amerikanischen Kriegspläne aufzubauen. Auch haben sie kein Kapital aus der weltweiten Anti-Kriegs-Welle geschlagen.“