Das Überangebot an Äpfeln macht den Obstbauern in Sachsen und Sachsen-Anhalt zu schaffen. "Die Preise sind im Keller, ein Kilo der Früchte ist im Handel schon für 50 Cent angeboten worden", sagte Udo Jentzsch, Geschäftsführer des Landesverbandes Sächsisches Obst, am gestrigen Donnerstag in Dresden.

Er schätzt die Verluste für die Bauern auf zwei bis drei Millionen Euro. Der Verband mit 86 Mitgliedern vertritt auch die Interessen der Obstbauern in Sachsen-Anhalt.

In beiden Ländern sei mit 112 255 Tonnen Äpfeln im vergangenen Jahr eine gute Ernte eingefahren worden. Im Jahr davor waren es 91 700 Tonnen. "Doch auch in Nord- und Süddeutschland erzielten die Obstbauern gute Erträge", sagte Jentzsch.

Hinzu käme das russische Importverbot für Lebensmittel aus Europa, das den Absatz der Früchte aus Sachsen und Sachsen-Anhalt erschwere.

Im vergangenen Jahr seien 42 000 Tonnen Äpfel eingelagert worden, derzeit liegen noch 19 000 Tonnen in den Hallen. Jentzsch appellierte an die Verbraucher, mehr Äpfel aus der Region zu essen.

Wegen des Mindestlohnes von 8,50 Euro pro Stunde könne es mittelfristig zu einem Strukturwandel im Obstbau kommen, sagte Jentzsch. So könne es Flächenreduzierungen bei arbeitsintensiven Kulturen wie Erdbeeren und Sauerkirschen geben. Derzeit profitiere die Branche noch von einer Übergangsregelung und müsse den Beschäftigten nur 7,20 Euro pro Stunde zahlen.