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Anzeige gegen Hilfsorganisation

Seenotrettung ist Pflicht für jedes Schiff. "Mission Lifeline" fühlt sich zu Unrecht beschuldigt.
Seenotrettung ist Pflicht für jedes Schiff. "Mission Lifeline" fühlt sich zu Unrecht beschuldigt. FOTO: dpa
Dresden. Der Dresdner Verein "Mission Lifeline" ist wegen versuchten Einschleusens von Ausländern angezeigt worden. Darüber informierte die Hilfsorganisation am Montag in Dresden. dpa/roe

Für den 6. Juli wurde Vereinschef Axel Steier zu einem Gespräch bei der Bundespolizei geladen, um sich zu den Anschuldigungen zu äußern.

Nach Angaben der Bundespolizei ging die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Dresden ein. Mit den Ermittlungen sei die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung beauftragt worden. "Mission Lifeline" sammelt Geld für ein Schiff, um Flüchtlinge aus dem Mittelmeer zu retten. Die erste Mission ist für September geplant, sagte Vereinschef Steier der Deutschen Presse-Agentur. Bis Jahresende sollen dann noch weitere fünf Einsätze folgen. Bisher habe man für das Schiff gut 190 000 Euro zusammen - etwa 40 000 Euro fehlten noch. Zudem benötige man weitere 30 000 bis 50 000 Euro im Monat für die Einsätze. Derzeit werde Personal dafür ausgebildet.

Steier nannte den Schleuser-Vorwurf "völlig absurd und an den Haaren herbeigezogen": "Seenotrettung ist Pflicht für jedes Schiff." Juristisch sei die Sache völlig klar. Internationale Abkommen würden zur Rettung bei Seenot verpflichten. Dies sei auch eine "moralische Pflicht im Sinne europäische Werte". Steier vermutet, dass die Anzeige aus den Reihen der islam- und asylfeindlichen Pegida-Bewegung kam und man so die Spendenbereitschaft beeinträchtigen will.

"Mission Lifeline" war 2016 juristisch gegen Pegida-Chef Lutz Bachmann vorgegangen, nachdem er einen die Arbeit der Organisation diskreditierenden Post geschrieben und den Verein als kriminell hingestellt hatte. Die Auseinandersetzung endete mit einem Vergleich.