Rechtsanwalt Wolfgang Baumann erklärte in Berlin, dass der Eilantrag auf einstweilige Anordnung darauf abzielt, dass das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg das brandenburgische Infrastrukturministerium verpflichte, die Eröffnung des neuen Airports wegen "mangelnden Schallschutzes" zu unterbinden. Für den Fall, dass der Flughafen in Schönefeld dennoch eröffne, sei zugleich gegen die Aufnahme von Nachtflügen zwischen 22 und 6 Uhr geklagt worden.

Die Flughafengesellschaft verstoße bei der Berechnung der Schallschutzansprüche, die den Betroffenen zustünden, flächendeckend gegen die Vorgaben des Planfeststellungsbeschlusses, sagte Baumann. Dieser sehe vor, dass die Bürger einen Anspruch auf Schallschutzvorrichtungen haben, die höhere Schallpegel als 55 Dezibel in Räumen bei geschlossenen Fenstern und ausreichender Belüftung durch An- und Abflüge am Tage verhinderten. Die Flughafengesellschaft bringe die Bürger durch "fehlerhafte Berechnungen gezielt um den ihnen zustehenden Schallschutz", sagte der Rechtsanwalt und ergänzte: "Nach den von uns in Auftrag gegebenen Berechnungen führt die Zugrundelegung eines falschen Schallschutzziels dazu, dass letztlich allen Betroffenen zu wenig Schallschutz gewährt wird."