Und trotzdem stoßen Brandenburgs Landtagsabgeordnete immer wieder auf noch spannendere, wichtigere, ja geradezu existenznotwendige Themen, die sie dann in Gestalt eines Antrags in die parlamentarischen Beratungen einbringen.

Nehmen wir nur einmal die Alternative für Deutschland. Die zehn Abgeordneten dieser Fraktion haben sich in den vergangenen Wochen wieder einmal als besonders kreativ erwiesen, wenn es darum ging, wirklich drängende Probleme des Landes Brandenburg zu lösen. Zum Beispiel mit der Parlamentsdrucksache 6/3860. Das ist ein Antrag, der wohl demnächst für knapp 30 Minuten im Landtagsplenum diskutiert werden wird. Darin fordern die AfDler Brandenburgs Landesregierung auf, dafür zu sorgen, dass an Brandenburgs Schulen täglich die Bundesflagge weht. "Außerdem sollen die Schulen in regelmäßigen Abständen altersgemäß das Thema Flaggen als identitätsstiftende Symbole unserer demokratischen Werteordnung im Unterricht behandeln", heißt es in jenem Antrag.

Damit sind zwar die Probleme des Unterrichtsausfalls, des Lehrermangels und des schlechten Abschneidens Brandenburger Schüler in einschlägigen Vergleichstests nicht zwingend gelöst. Aber immerhin erleben die Schüler dann einen "demokratiepädagogischen Akt", der eine Diskussion über die Werte des Grundgesetzes und der Demokratie anstoßen soll.

Dumm nur, dass es in der gesamten Landeshauptstadt nicht genügend Deutschlandfahnen geben dürfte, um die wirklichen Werte der Demokratie auch einigen AfD-Anhängern nahezubringen.