(epd/dpa/bob) Die Stimmung in den Kommentarspalten von Facebook kocht bei dieser Nachricht hoch: Silvester-Böllerei soll nach dem Willen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ein Ende haben: Am Donnerstag stellte die Organisation für zahlreiche deutsche Städte einen formalen Antrag auf Erlass eines Feuerwerksverbotes. Darunter sind auch Lausitzer Städte wie Cottbus, Elsterwerda, Görlitz und Spremberg. Insgesamt hat die DUH in 98 Kommunen entsprechende Petitionen gestartet.

Silvester-Feuerwerk belastet die Umwelt

Gut zwei Monate vor dem Jahreswechsel nimmt damit die Debatte um ein Verbot von Silvester-Böllern in Innenstädten an Fahrt auf.  Grund ist die durch Schwarzpulver-Böllerei verursachte extrem hohe Feinstaubbelastung, wie Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch am Mittwoch in Berlin unterstrich.

Der Berliner Senat hatte am Dienstag angekündigt, mit einer Initiative im Bundesrat die Gefahren von Silvesterknallern einschränken zu wollen. Künftig soll damit dann auch Pyrotechnik wie etwa handelsübliche 100-Schuss-Silvester-Batterieverbünde mit Leuchtkometen und Zerleger-Knall in bestimmten Stadtteilen verboten werden können.

Die Umwelthilfe stützt sich in ihrer Forderung nach einem Stopp der Feuerwerks-Böllerei unter anderem auf eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag der Umweltorganisation Ende Juli unter 1273 Personen. Danach befürworten 58 Prozent „eher“ oder gar „voll und ganz“ ein Ende der Böllerei zu Silvester. 40 Prozent wollen dagegen an dem Brauch festhalten.

„Wir wünschen uns weiterhin freudige Feste zum Jahreswechsel – aber ohne verpestete Luft, brennende Häuser, verletzte Menschen und verängstigte Tiere durch archaische Schwarzpulver-Böllerei“, sagte Resch.

Silvesterfeuerwerk produziert 5000 Tonnen Feinstaub

Laut Umwelthilfe setzen die abgebrannten Feuerwerkskörper zum Jahreswechsel innerhalb weniger Stunden etwa 5000 Tonnen Feinstaub frei. Das entspreche 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge.

Die durch die Schwarzpulver-Böllerei freigesetzten ultrafeinen Partikel zählten neben dem Diesel­abgasgift Stickstoffdioxid zu den gefährlichsten Luftschadstoffen. Am ersten Tag eines jeden Jahres herrschten in deutschen Städten teilweise Rekord-Feinstaubbelastungen, hieß es. Polizei und Krankenhäuser registrierten viele Tausend Verletzte.

Der Verband der pyrotechnischen Industrie warnt dagegen vor Rechtsbruch, generelle Feuerwerksverbote von Kommunen seien nicht möglich. Resch verweist hingegen auf mehrere Städte, die bereits entsprechende Verbote haben.

Heftige Kritik zum drohenden Feuerwerksverbot

Auf Kritik stößt das Ansinnen der Deutschen Umwelthilfe derweil im sozialen Netzwerk Facebook. Für viele ist die Knallerei fester Bestandteil der Silvestertradition. So heißt es unter anderem: „Silvesterfeuerwerk gehört zu Silvester, (...) das darf man nicht verbieten“. Andere hingegen fühlen sich von den zunehmenden Verboten, die im Rahmen des Klimaschutzes im Gespräch sind, gegängelt: „Es gibt nur noch Verbote, Regulierungen und Organisationen, die (...) uns das Leben schwer machen“. Selbst jene, die dem Feuerwerk wenig abgewinnen können, sehen den Vorschlag kritisch: „Ich mag selbst zwar nicht rumböllern, aber das ist doch ein Witz. (...) Das wird sich doch keiner Gefallen lassen.“