Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Betrieb der Kindertagesstätten (Kitas) sind bislang offenbar nicht zu spüren. Die meisten Betreiber gehen zumindest von einem Erhalt der Einrichtungen aus, einige sprechen von einem weiteren Ausbau. "Seit Einführung des Elterngeldes 2007 ist die Nachfrage enorm gestiegen", sagte die Leiterin des Betriebskindergartens von CAD Scheffler in Oelsnitz, Katja Möckel. Aufgrund der begrenzten Platzzahl gebe es relativ lange Wartelisten. Im Betriebskindergarten des Klinikums Chemnitz kann die Wartezeit unter Umständen bis zu zwei Jahren betragen, sagte Klinikum-Sprecher Uwe Kreissig. Auswirkungen der Wirtschaftskrise seien bislang nicht zu spüren. Es gebe keine Pläne, das Angebot zurückzufahren, sagte Kreissig. Erst im vergangenen Jahr sei die Kita von 32 auf 50 Plätze ausgebaut worden. Elf Jahre zuvor sollte die ehemals städtische Einrichtung aufgrund einer anhaltenden Geburtenflaute eigentlich geschlossen werden. Dass besonders bei Klinik-Mitarbeitern die Nachfrage so groß ist, führt Kreissig darauf zurück, dass für viele Menschen die Beschäftigung in einer Klinik noch als zukunftssicher gelte. Auch beim Städtischen Klinikum Görlitz denkt man nach Angaben der Leiterin der dortigen Einrichtung, Anja Kröger, "laut darüber nach, das Angebot aufzustocken". Auch hier sind die Kapazitäten ausgeschöpft - 45 Kinder werden derzeit in der Einrichtung betreut. "Man muss natürlich sehen, dass die Kliniken von der Krise vermutlich nicht so stark betroffen sein werden wie einige Firmen", sagte Kreissig. Doch auch bei den drei von Unternehmen betriebenen Kindergärten geht man zurzeit davon aus, die Einrichtungen erhalten zu können. Sowohl Katja Möckel von CAD Scheffler als auch Katja Förster von der Komsa AG, die in Hartmannsdorf eine Kita mit 70 Plätzen betreibt, rechnen damit, dass die Mitarbeiter ihre Kinder auch weiterhin nahe zu ihrem Arbeitsplatz unterbringen können. Etwas vorsichtiger äußerte sich hingegen der Sprecher der Hypovereinsbank Direkt, Steffen Adler. Vorerst werde das Angebot weitergeführt, sagte er. "Aber was in einigen Monaten ist, kann man derzeit noch nicht absehen." Indes wird am Freitag in Dresden eine neue betriebsnahe Kindertagesstätte eröffnet. Der Personaldienstleister DIS AG stellt dort mehr als 100 Plätze zur Verfügung. ddp/cd