Die Entscheidung zeige, Ostdeutschland bleibe das ungeliebte Stiefkind der Regierungskoalition, kritisierte Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Anita Tack (Linke).

Mit der Entscheidung werde eine vor fast zehn Jahren gegebene Zusage gebrochen. Für die Region sei dies ein schwerer Schlag. "Neuruppin hatte auf die Ansiedlung gesetzt und wurde vom Bund an der Nase herumgeführt."

Die Abteilung des Bundesinstituts sollte beispielsweise Zusatzstoffe von Tabak und Kosmetika oder auch den PVC-Gehalt sowie Weichmacher in Kinderspielzeug unter die Lupe nehmen. Schon 2005 hatte sich die damalige rot-grüne Bundesregierung für Neuruppin als Standort entschieden. Die Zahl der Arbeitsplätze wurde vor Jahren mit rund 70 beziffert, die mit Teilzeitbeschäftigung auf 100 wachsen könne. Die brandenburgische Bundestagsabgeordnete der Linken, Kirsten Tackmann, sprach im Vorfeld von einer "Nacht- und Nebelaktion" der schwarz-gelben Koalition. Sie erinnerte daran, dass die Ansiedlung ein Ausgleich sein sollte für den bis Ende 2013 geplanten Wegzug des Friedrich-Löffler-Instituts von Wusterhausen/Dosse (Ostprignitz-Ruppin) auf die Ostsee-Insel Riems.